Nachwuchsfachkraft aus Burggen gehört zu den besten drei Elektronikern für Maschinen- und Antriebstechnik Deutschlands
Johannes Lang, Auszubildender bei VINCORION in Altenstadt, hat bei den 74. Deutschen Meisterschaften der E-Handwerke die Bronzemedaille gewonnen. In dem Beruf „Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik“ setzte sich der Auszubildende gegen Konkurrenz aus allen Bundesländern durch. Damit gehört der Auszubildende aus Burggen im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau zu den drei besten Nachwuchsfachkräften Deutschlands.
Vom 13. bis 15. November traten 43 Landessiegerinnen und Landessieger im Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE) in Oldenburg gegeneinander an. In sechs Disziplinen stellten sie ihr Können unter Beweis und lösten anspruchsvolle Prüfungsaufgaben. Am Samstagabend wurden die Ergebnisse bei einem Festabend vor rund 250 Gästen in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg bekanntgegeben.

Johannes Lang, Auszubildender bei VINCORION, in der Produktion in Altenstadt. Foto: VINCORION Johannes Lang (Mitte) mit DMH-Schirmherr Dr. Philipp Dehn (links) und ZVEH-Vizepräsident Karsten Krügener (rechts) in Oldenburg. Foto: VINCORION
Zuvor hatte sich Johannes Lang bereits als Kammersieger durchgesetzt und dann den Wettbewerb als bayerischer Landessieger in Bamberg gewonnen. Damit einhergehend wurde VINCORION als vorbildlicher Ausbildungsbestrieb von der Handwerkskammer München und Oberbayern ausgezeichnet.
„Ich bin stolz auf die Bronzemedaille und dankbar für die hervorragende Ausbildung bei VINCORION“, sagt Johannes Lang. „Das Niveau bei den Meisterschaften war sehr hoch – umso schöner, dass es für das Podium gereicht hat.“
Karl Schuster, Teamleiter bei VINCORION, betont: „Johannes hat sich diese Auszeichnung durch Engagement und Begeisterung für seinen Beruf verdient. Als aktueller Teamleiter freut man sich solche Talente in seinem Team zu haben – er nutzt jede Gelegenheit, um noch besser zu werden und sich beruflich weiterzuentwickeln. Die Bronzemedaille ist ein toller Erfolg für ihn und für VINCORION.“ Ein herzlicher Dank gelte vor allem Julian Haggenmiller, Ausbilder für Maschinen- und Antriebstechnik, für sein Engagement in der Ausbildung.
Nina Römhild, Personalleiterin von VINCORION, betont: „Die Bronzemedaille für Johannes ist eine Bestätigung unserer Ausbildungsphilosophie: Wir geben jungen Menschen die Möglichkeit, in einem anspruchsvollen technischen Umfeld zu lernen und sich zu entfalten. Dass er damit zu den besten Nachwuchskräften Deutschlands gehört, macht uns als Unternehmen stolz.“
Die Deutschen Meisterschaften der E-Handwerke gehören zu den wichtigsten Nachwuchswettbewerben der Branche. Nach der Neuordnung der e-handwerklichen Berufe im Jahr 2021 umfassten die diesjährigen Meisterschaften erstmals fünf Berufe.
VINCORION bildet derzeit rund 50 junge Menschen an den drei deutschen Standorten Wedel, Altenstadt und Essen in verschiedenen technischen Berufen aus.
Längere Laufzeiten mit einem stabilen und sicheren Betrieb der Aggregate: Das bedeutet weniger Tankfahrten und somit weniger Angriffsziele. Das Technologieunternehmen VINCORION stellt die Energiesysteme der nächsten Generation für weltweit eingesetzte Luftabwehrsysteme wie PATRIOT vor. „NextGen“ reduziert die logistischen Abhängigkeiten drastisch und erhöht damit die operative Überlegenheit der Streitkräfte. Im Rahmen der „Projekt Kick-Off Conference“ in Altenstadt präsentierte das Unternehmen gemeinsam mit der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) die Innovation.
Taktische Vorteile durch Energieautarkie
„NextGen bedeutet für uns: Systeme, die länger durchhalten und weniger verwundbare Logistikketten benötigen“, betonte Kajetan von Mentzingen, CEO von VINCORION. „Mit diesen Systemen können Streitkräfte ihre Einsatzbereitschaft dramatisch erhöhen. Genau das ist unser Ziel bei VINCORION – denn jeder Mensch verdient ein sicheres Leben.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die angepasste hybride Energieversorgung reduziert die Anzahl notwendiger Betankungsvorgänge um zwei Drittel – von 72 auf nur noch 24 Mal pro Tag pro Bataillon. „Mit unserem System können über ein Drittel der risikoreichen Transportfahrten eingespart werden“, erläuterte Daniel Zeitler, Leiter Produktmanagement bei VINCORION. „Wer weniger auf externe Versorgung angewiesen ist, behält länger die Handlungsfreiheit im Einsatz.“
Die technischen Verbesserungen erhöhen die Kampfkraft erheblich: Die Zeit zwischen notwendigen Wartungen ist teilweise um ein Vierfaches länger, dank einer optimierten Hybrid-Architektur, gleichzeitig reduziert sich die Stillstandszeit der Wartung selbst ebenfalls um mehr als 80 Prozent. „Das bedeutet, dass PATRIOT-Systeme länger ohne Unterbrechung einsatzbereit bleiben und bei Wartungen deutlich weniger Personal gebunden wird“, ergänzte Alexander Ackerman, Programmleiter Ground Based Air Defense. „Das erhöht die Resilienz unseres Systems ganz entscheidend.“
Komplette Stromversorgung aus deutscher Entwicklung
VINCORION liefert die komplette Energieversorgung für die Hauptkomponenten des PATRIOT-Systems: Die „Electric Power Plant“ (EPP) versorgt Radar und Engagement Control Station (ECS) mit zwei 150-Kilowatt-Aggregaten. Die „Electric Power Unit“ (EPU) speist den Kampfführungsgefechtsstand (Information Coordination Central, ICC) mit zwei 30-Kilowatt-Einheiten. Die Startgeräte (Launching Station, LS) erhalten durch das Stromerzeugeraggregat der kleinsten Leistungsklasse 15 kW.
„Diese Technologie, die hier in Bayern gefertigt wird, zeigt, wie innovative Energiesysteme die Einsatzfähigkeit unserer Streitkräfte stärken“, sagte Tobias Gotthardt, Bayerischer Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. „VINCORION entwickelt hier Schlüsseltechnologien für die operative Überlegenheit europäischer Verteidigung.“

Vereinbarten die enge Kooperation in Altenstadt (v.l.): Norbert Lederle, Christopher Tschischka, Alexander Ackerman (alle Vincorion) mit Kristin Doolittle, Siegfried Schneider und Clayton Corley (alle NSPA) und Martin Eisenschmid (Vincorion)
NATO-weite Beschaffung stärkt europäische Sicherheitsarchitektur
Die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) hat mit VINCORION einen Rahmenvertrag geschlossen, um über die Obsoleszenzmitigation die PATRIOT-Stromversorgungsanlagen an den Stand der Technik anzupassen. Das Auftragsvolumen liegt bei zunächst 60 Millionen Euro. Die NATO-Staaten, die in das Projekt investieren, sind Deutschland, die Niederlande, Schweden, Rumänien und Polen. Der Projektzeitraum erstreckt sich von 2025 bis 2030.
„Diese Partnerschaft stärkt die Interoperabilität und Standardisierung innerhalb der NATO“, erklärt von Mentzingen. „Wenn alle PATRIOT-Nutzerstaaten mit der gleichen Energietechnologie arbeiten, erhöht das die gemeinsame Einsatzfähigkeit erheblich.“
„Dieser Rahmenvertrag zeigt das Engagement der NSPA, langfristige Partnerschaften mit der Industrie zur Unterstützung der operativen Bereitschaft der NATO aufzubauen. Durch die Lieferung der innovativen Energielösungen werden wir zur operativen Fähigkeit beitragen und gleichzeitig die Verteidigungsindustrie in Europa unterstützen“, sagt Stacy Cummings, Generaldirektorin der NSPA.
Neue Hybrid-Technologie ermöglicht taktische Vorteile
Die Ingenieure von VINCORION sind mit der Technologie der Luftabwehr bestens vertraut. Schon heute werden im Unternehmen Komponenten für zwei der drei Hauptsysteme des European Sky Shields gefertigt, für PATRIOT und IRIS-T. „Wir entwickeln die Technologie, die es diesen Systemen ermöglicht, völlig unabhängig von öffentlicher Infrastruktur zu operieren“, erklärt Daniel Zeitler dazu.
„NextGen“ bringt noch weitere taktische Vorteile mit sich: Der Kraftstoffverbrauch sinkt um 48 Prozent. „Wenn man überlegt, dass Luftabwehrsysteme 24 Stunden am Tag laufen müssen, ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor“, sagt Zeitler. Die Systeme können zudem mit erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaikanlagen gekoppelt werden und verfügen über integrierte Batteriespeicher für Lastspitzen. Durch eine deutliche Automatisierung des Betriebs wird dabei dennoch deutlich weniger Personal für Aufbau, Betrieb und Wartung benötigt.
Kompetenzzentrum für militärische Energieversorgung
Für Daniel Zeitler steht fest: „Der Standort Altenstadt entwickelt sich zum europäischen Kompetenzzentrum für militärische Energieversorgung.“ Denn hier werden nicht nur die NextGen-Systeme gefertigt, sondern auch die neuen Stromerzeuger für die Bundeswehr entwickelt, die das Bundesamt für Beschaffung (BAAINBw) in Auftrag gegeben hat.
VINCORION beschäftigt rund 900 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland und den USA und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro. VINCORION ist ein Technologieunternehmen mit Fokus auf innovativen Energiesystemen in sicherheitskritischen Anwendungsbereichen. Als Partner der Industrien Luftfahrt, Sicherheit und Verteidigung entwickelt und fertigt VINCORION maßgeschneiderte Lösungen für die spezifischen Anforderungen seiner Kunden.
Das Technologieunternehmen VINCORION stärkt seine Fertigungskapazitäten durch eine Kooperation mit dem Maschinenbau-Experten. HEIDELBERG bringt hohe Fertigungstiefe und Industrialisierungskompetenz ein. Die strategische Partnerschaft soll die technologische Souveränität Deutschlands stärken.
Die VINCORION SE, Spezialist für Energiesysteme in sicherheitskritischen Anwendungen, geht eine strategische Partnerschaft mit der Heidelberger Druckmaschinen AG (HEIDELBERG) ein. Im Rahmen eines Memorandum of Understanding (Absichtserklärung) vereinbarten beide Unternehmen eine mehrjährige Zusammenarbeit, die perspektivisch weiter ausgebaut werden und die industrielle Leistungsfähigkeit und Versorgungssicherheit im Verteidigungsbereich stärken soll.
Mit dieser Kooperation betritt HEIDELBERG den Defence-Markt mit der Entwicklung, Industrialisierung und dem Bau von Energieregelungs- und verteilungssystemen für VINCORION. Beide Unternehmen leisten damit einen Beitrag zur Stärkung technologische Souveränität und zur Sicherung heimischer Wertschöpfungsketten.
Etablierte Technologieführer für kritische Systeme
VINCORION verfügt über mehr als 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von hochmodernen Energiesystemen – die in zivilen und militärischen Anwendungen eingesetzt werden. Zusätzlich entwickelt das Unternehmen Spitzentechnologie wie Rettungswinden für Helikopter.
„Die Partnerschaft mit VINCORION stellt ein Meilenstein für HEIDELBERG dar und unterstreicht unsere Fähigkeit als Technologieunternehmen, komplexe Produkte zu industrialisieren. HEIDELBERG will sich zunehmend als verlässlicher Partner in sicherheitsrelevanten Bereichen positionieren“, sagte Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender von HEIDELBERG. „HEIDELBERG verbindet technologische Kompetenz mit verlässlicher Fertigung am Standort Deutschland – ein wichtiger Schritt in Richtung größerer technologischer Unabhängigkeit und zur Stärkung der industriellen Basis.“
Strategische Allianz für technologische Souveränität
„Diese Partnerschaft vereint zwei deutsche Technologieführer mit komplementären Stärken“, erklärt Kajetan von Mentzingen, Geschäftsführer von VINCORION. „HEIDELBERG bringt herausragende Industrialisierungskompetenz und Skalierungsfähigkeiten mit. Gemeinsam können wir die technologische Souveränität Europas in einem strategisch wichtigen Bereich stärken und gleichzeitig unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit ausbauen.“
Hohe Fertigungstiefe in Deutschland
Ziel von HEIDELBERG ist es, sich als verlässlicher Zulieferer hochwertiger Produkte zu etablieren und diese Rolle innerhalb der Verteidigungsbranche schrittweise auszubauen. HEIDELBERG deckt mit seinen Technologien wesentliche Wertschöpfungskompetenzen ab. Dazu gehören die Entwicklung von Hard- und Software, die Fertigung von Elektronikkomponenten, mechanische Bearbeitung, Gießereitechnik sowie die Montage im schweren Maschinenbau von hochkomplexen Anlagen und Systemen. HEIDELBERG ist damit ein erfahrener End-to-End-Systempartner inklusive Ersatzteilversorgung und Service. Ein besonderer Mehrwert liegt in der Fähigkeit zur schnellen Skalierung durch Nutzung vorhandener Infrastruktur und Kapazitäten.
„Mit dem VINCORION-Projekt bringen wir unsere industrielle Kompetenz erstmals in Defence ein“, so Michael Wellenzohn, Leiter von HEIDELBERG Industry. „HEIDELBERG ist mit seinen Kompetenzen und Infrastrukturen ein ernstzunehmender Partner im schweren Maschinenbau mit kurzfristigen Skalierungsfähigkeiten.“
Über VINCORION:
VINCORION ist ein dynamisch wachsendes Technologieunternehmen mit Fokus auf innovativen Energiesystemen in sicherheitskritischen Anwendungsbereichen. Als Partner der Industrien Luftfahrt sowie Sicherheit und Verteidigung entwickelt und fertigt VINCORION Lösungen für die spezifischen Anforderungen seiner Kunden. Mit über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Standorten in Deutschland und den USA ist VINCORION optimal für weiteres Wachstum positioniert.
Über HEIDELBERG:
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (HEIDELBERG) ist ein führendes Technologieunternehmen, das weltweit seit 175 Jahren für Innovationskraft, Qualität und Zuverlässigkeit im Maschinenbau steht. Mit einem klaren Fokus auf Wachstum treibt HEIDELBERG als Gesamtanbieter die Weiterentwicklung in den Kernbereichen Verpackungs- und Digitaldruck, Softwarelösungen und dem Lifecycle-Geschäft mit Service und Verbrauchsmaterialien voran, damit Kunden maximale Produktivität und Effizienz erreichen können. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf den Ausbau neuer Geschäftsfelder im Industriegeschäft wie den hochpräzisen Anlagenbau mit integrierter Steuerung, Automatisierungstechnik und Robotik. Aufgrund einer starken internationalen Präsenz in rund 170 Ländern, der Schaffenskraft und Kompetenz seiner rund 9.500 Mitarbeitenden, eigener Produktionsstätten in Europa, China und den USA sowie einem der größten globalen Vertriebs- und Servicenetzwerke, ist das Unternehmen optimal für zukünftiges Wachstum positioniert.
Die Generatoren von VINCORION: Steigende Anforderungen im Gefechtsfeld erfordern innovative Lösungen bei der Stromerzeugung.
Ein Boxer befindet sich irgendwo in Europa im Einsatz, in einer komplexen Situation auf einem Manöver: Die Besatzung muss blitzschnell reagieren und ist dabei auf ihre Hightech-Systeme angewiesen. Zielerfassungssensoren erfassen beispielsweise die feindlichen Stellungen, verschlüsselte Kommunikationssysteme halten den Kontakt zum Gefechtsstand, und effektive Waffensysteme gewährleisten die Feuerkraft. Doch all dies benötigt Energie – und der Bedarf steigt rasant. Moderne Militärfahrzeuge sind „Kraftwerke auf Rädern“, und die zuverlässige Stromversorgung wird zum entscheidenden Faktor für den Erfolg der Mission.
Beim Thema militärische Energieversorgung kommt VINCORION ins Spiel. Das Technologieunternehmen aus Wedel bei Hamburg bietet mit seinen Generatoren Lösungen für den Einsatz in Militärfahrzeugen an. Sie liefern zuverlässig Energie, selbst unter extremen Bedingungen. Die Generatoren finden sich beispielsweise in Fahrzeugen wie dem Kampfpanzer Leopard 2, im Boxer, im Puma ebenso wie in der Panzerhaubitze 2000.
Energie für das Mutterschiff der Infanterie
Diese Generatoren sind gefragt: VINCORION hat unlängst einen Vertrag über die Lieferung von 740 Bordnetzgeneratoren des Typs EPG husky W 600 für den Boxer unterzeichnet. Dieser Generator liefert einen Strom von bis zu 600 Ampere und ist damit auch für künftige Anforderungen gerüstet. Ein neuer digitaler Spannungsregler wurde integriert, welcher die Anpassung des Generators für die verschiedenen Anwendungen erlaubt.
Bei der Bundeswehr ist der GTK Boxer das „Mutterschiff“ der Infanterie, den es bei den deutschen Streitkräften in verschiedenen Versionen als Gruppentransportfahrzeug, Führungsfahrzeug, schweres geschütztes Sanitätskraftfahrzeug und auch als Fahrschulfahrzeug gibt. Im Kampfraum des Boxers kann die Besatzung acht Infanteristen samt modernster Ausrüstung mitführen.
Kompakt, leistungsstark und robust: VINCORION Generatoren im Detail
Die EPG husky-Serie von VINCORION zeichnet sich durch ihre kompakte Bauweise und hohe Leistungsdichte aus. Sie liefern maximale Leistung auf kleinem Raum – das ist ein entscheidender Faktor in den beengten Platzverhältnissen von Militärfahrzeugen. Dabei steht für die Ingenieure die Zuverlässigkeit stets an erster Stelle: VINCORION-Generatoren sind für den Betrieb unter extremen Bedingungen ausgelegt, gleich, ob Hitze, Kälte, Staub oder Erschütterungen.
„Der neue, leistungsgesteigerte Boxer ist ein Paradebeispiel für die zunehmenden Anforderungen an die Energieversorgung in modernen Militärfahrzeugen“, berichtet Daniel Zeitler, Leiter Produktmanagement. Der Boxer wird aktuell von vielen Ländern in Europa und außerhalb genutzt. Neben der Bundeswehr ist das Fahrzeug auch in den Niederlanden, in Litauen, in Großbritannien und in Australien im Einsatz.
Die Generatoren von VINCORION liefern die notwendige Energie für die anspruchsvollen Systeme des Boxers und stellen so die Einsatzfähigkeit der Waffentechnik über die Sensorik bis zur Kommunikation sicher. VINCORION kann im konventionellen 28V Bereich inzwischen Generatoren mit bis zu 1000 Ampere anbieten, welche in verschiedenen Fahrzeugen nachgerüstet werden können. Denn Experten wissen, dass der Energiebedarf in gepanzerten Fahrzeugen weiter steigen wird. Bestes Beispiel ist der Leistungshunger des Schützenpanzer PUMA, der nur durch einen Hochvoltgenerator gestillt werden kann. Dieser wird im Gegensatz zu klassischen Bordnetzgeneratoren direkt auf der Hauptwelle zwischen Triebwerk und Getriebe integriert. Auch dieses Hochleistungssystem zur Energieversorgung stammt von VINCORION.
Innovative Technologien
Was aber machen auch die 28V Generatoren der Serie EPG husky besonders? Zum einen ist es die innovative Kühltechnologie, die eine hohe Leistungsdichte auf kleinstem Raum ermöglicht, wie Daniel Zeitler erläutert. Zum anderen sind die Generatoren so konstruiert, dass sie sehr wenige elektromagnetischen Störungen ausstrahlen, um die Funktionsfähigkeit anderer elektronischer Systeme im Fahrzeug zu gewährleisten. Robustheit und Zuverlässigkeit werden durch den Einsatz hochwertiger Materialien und strenge Qualitätskontrollen sichergestellt.
„Der neue Generator ist Plug-and-play zum alten“, sagt Zeitler, „er passt genau in den Bauraum der Fahrzeuge.“ Es wäre also möglich, beim Boxer neben sämtlichen Neufahrzeugen auch bestehende damit auszurüsten, wenn die Nachfrage nach Leistung wächst. Das Vorgängermodell, der SF217, kam noch auf 370 Ampere, die in der neuen Variante auf 600 Ampere gesteigert wurden. „Moderne Militärtechnik benötigt Energie. Wir sind Spezialist für militärische Energieversorgung.“
Mehrwert für die Soldaten im Einsatz
Somit können die Generatoren auch einen direkten Mehrwert für die Soldaten im Einsatz bieten. Eine zuverlässige Stromversorgung bedeutet zuverlässige Kommunikation, verbesserte Situationswahrnehmung und erhöhte Feuerkraft – entscheidende Faktoren für die Sicherheit und den Erfolg der Mission. Zudem tragen die Generatoren zum Komfort im Fahrzeuginneren bei, indem sie die Energie für Klimaanlagen, Beleuchtung und andere Komfortsysteme liefern.
Ob leichter Mannschaftstransportwagen oder schwerer Kampfpanzer – VINCORION bietet die passende Lösung. Die Generatoren liefern zuverlässig Strom, um alle Bordsysteme zu versorgen. „Der Generator kennt kaum Einbußen durch wechselnde Umgebungstemperaturen“, fügt Zeitler hinzu. „Das heißt: Er bringt immer die volle Leistung.“
Strenge Normen und Flexibilität
„Die Generatoren erfüllen die strengen MIL-STD Normen und gewährleisten damit höchste Zuverlässigkeit und Sicherheit im Einsatz“, erläutert Abbo Horstmann, Senior Product Manager. So hielten sie die militärischen Standards hinsichtlich der Bordnetzqualität ein.
„Die Flexibilität der VINCORION Generatoren zeigt sich auch in den zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten“, betont Horstmann. Neben den Standardausführungen biete VINCORION kundenspezifische Anpassungen, um die Generatoren optimal in die jeweiligen Fahrzeugplattformen zu integrieren. So könne ein Generator mechanisch über die Haltepunkte angepasst werden, aber es könnten auch über die Software alle relevanten Parameter individualisiert werden.
VINCORION verfügt über langjährige Erfahrung und umfassendes Know-how in der Entwicklung und Produktion von Generatoren für die Verteidigungsindustrie. Daniel Zeitler fasst zusammen: „Die jüngsten Aufträge zeigen uns, dass die Nachfrage nach dem Boxer anhaltend hoch ist. Es zeigt aber auch, dass die Hersteller moderner Militärtechnik auf Komponenten von VINCORION vertrauen und ihre Fahrzeuge damit ausrüsten“.
Die Generatoren sind nur ein Teil der Kompetenz von VINCORION in diesem Bereich: Das Unternehmen liefert auch Generatoren für die mobile Stromversorgung der Bundeswehr, Energie für Luftabwehrsysteme wie Patriot und IRIS-T und fortschrittliche Systeme wie die Waffenstabilisierung GTD chaser für Panzerfahrzeuge.
Wehrtechnik und technologische Innovationen haben eine herausragende Bedeutung für Schleswig-Holstein – VINCORION als Beispiel für ein wachsendes mittelständisches Unternehmen.
Ministerpräsident Daniel Günther besuchte am Mittwoch das mittelständische Technologieunternehmen VINCORION in Wedel. Im Rahmen seines Rundganges informierte er sich über die neuesten technischen Entwicklungen und betonte die Bedeutung der wehrtechnischen Industrie für das Land Schleswig-Holstein. Geschäftsführer Kajetan von Mentzingen führte den Ministerpräsidenten durch die Produktion.
VINCORION ist mit seinen rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Unternehmen der Wehrtechnik sowie der zivilen und militärischen Luftfahrt und setzt auf innovative Lösungen. Dazu zählen unter anderem das Waffenstabilisierungssystem GTD chaser, das in modernen Kampfpanzern wie dem „Leopard 2“ eingesetzt wird, sowie die neue elektrische Rettungswinde ERH premier, die außergewöhnlich hohe Sicherheitsstandards für die Luftrettung bieten wird.
„Jeder Mensch verdient ein sicheres Leben – das ist unsere Vision bei VINCORION“, erklärte Kajetan von Mentzingen. „Wir arbeiten daran, Technologien zu entwickeln, die die Sicherheit von Menschen in den anspruchsvollsten Situationen gewährleisten und innovativ sind. Mit der nächsten Generation von Stabilisierungssystemen und Rettungswinden, die wir hier präsentieren können, zeigen wir absolutes High-Tech.“
„Schleswig-Holstein hat das Potenzial, ein führender Standort für innovative und zukunftsorientierte Industrien zu werden“, erklärte Ministerpräsident Günther während seines Besuchs. „Unternehmen wie VINCORION zeigen, dass hier wichtige Schlüsseltechnologien entwickelt und produziert werden, die sowohl zur Sicherheitsarchitektur Deutschlands beitragen als auch wirtschaftliche Stabilität und Arbeitsplätze schaffen.“

Dieter Holst, Geschäftsführer VINCORION (li.), Kajetan von Mentzingen, Geschäftsführer, und Ministerpräsident Daniel Günther (re.) vor der neuen Rettungswinde ERH premierV.
Sicherheit als zentrales Thema
Im Bereich der zivilen Luftfahrt setzt das Unternehmen auf innovative Lösungen, die den Schutz der Einsatzkräfte und der zu Rettenden in den Vordergrund stellen. Ein Beispiel dafür ist die Rettungswinde „ERH premier“, bei der die Sicherheit ganz im Mittelpunkt der Neukonstruktion steht.
Diese Winde verfügt beispielsweise über eine ausgefeilte sogenannte Ruckschalldämpfung, die bei einem plötzlichen Stopp der Winde die Belastung für die Retter und die zu Rettenden reduziert. Darüber hinaus bietet sie Möglichkeit, im Ernstfall das Seil per Knopfdruck zu kappen.
Auch das Waffenstabilisierungssystem GTD chaser ist ganz auf Sicherheit ausgerichtet. Dieses System ermöglicht es, die Besatzung eines Panzerfahrzeugs wie dem neuen Leopard 2 A-RC 3.0 vollständig in der gut geschützten Wanne unterzubringen, anstatt sie im drehbaren Turm zu exponieren. Dies erhöht die Sicherheit der Soldaten erheblich, da jüngste Konflikte gezeigt haben, dass Drohnenangriffe eine zunehmende Bedrohung darstellen.

Bei VINCORION werden Schlüsseltechnologien entwickelt und produziert, die zur Sicherheitsarchitektur Deutschlands beitragen.
Wachstum und Innovation am Standort Wedel
VINCORION ist ein wachsendes Unternehmen, das am Standort Wedel kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investiert. Der Standort Wedel profitiert von der Nähe zu führenden Hochschulen wie der Fachhochschule Wedel und der HAW Hamburg, mit denen VINCORION in den Bereichen Forschung und Ausbildung zusammenarbeitet.
„Unser Standort in Wedel ist ein Innovationszentrum, das bis an die technischen Grenzen geht“, erklärte Kajetan von Mentzingen. „Wir entwickeln nicht nur Produkte für die heutigen Herausforderungen, sondern denken gleichzeitig an die Zukunft.“
Wie Politik und Industrie zusammenarbeiten
Ein weiteres zentrales Thema des Besuchs war die Rolle der Politik bei der Förderung der Industrie. Ministerpräsident Günther betonte, dass die Landesregierung weiterhin daran arbeiten werde, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern, um Innovation und Wachstum am Standort Schleswig-Holstein zu fördern.
Im Rahmen des Besuchs stellte sich auch die Frage, was die Politik tun könne, um die mittelständische Industrie zu unterstützen. Hier nannte von Mentzingen Themen wie eine bessere Planbarkeit bei der Vergabe militärischer Aufträge und eine beschleunigte, verlässliche Vergabe an sich. Auch der wehrtechnische Mittelstand könne bei Rüstungsaufträgen gezielt gefördert werden. Gleichzeitig betonte von Mentzingen, dass die Industrie selbst ebenfalls Verantwortung trage, etwa durch Investitionen in Forschung und Entwicklung und den Aufbau von Serienfertigungen, wenn entsprechende Aufträge vorliegen.
„Die wehrtechnische Industrie ist für die nationale Sicherheit von großer Bedeutung, und sie schafft wertvolle Arbeitsplätze und stärkt die technologische Innovationskraft in Schleswig-Holstein. Wir werden sicherstellen, dass innovative Unternehmen wie VINCORION die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um ihre Arbeit fortzusetzen“, sagte Günther.

Ministerpräsident Daniel Günther (li.), Kajetan von Mentzingen, Geschäftsführer VINCORION, und Auszubildender Can Budancir, der für seine hervorragende Arbeit ausgezeichnet wurde.
Fachkräftemangel mit Herausforderungen und Chancen
Im Rahmen des Besuchs wurden auch die aktuellen Herausforderungen des Fachkräftemangels in der Metall- und Elektroindustrie angesprochen. In Zeiten des Fach- und Arbeitskräftemangels sowie schwieriger Tarifverhandlungen sei es wichtig, Lösungen für beide Seiten zu finden, so der Ministerpräsident. Es brauche attraktive Bedingungen und gute Löhne für die Beschäftigten, und gleichzeitig müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gewährleistet bleiben.
Auch VINCORION strich seine Rolle als attraktiver Arbeitgeber in der Region. Das Unternehmen plant, seine Belegschaft an den drei deutschen Standorten, im bayerischen Altenstadt, in Essen, und in Wedel, auszubauen. Von Mentzingen erklärte: „VINCORION ist ein äußerst attraktiver Arbeitgeber Diese neuen Arbeitsplätze sind nicht nur hochqualifiziert, sondern auch zukunftssicher. Wir suchen Mitarbeitende in einem echten Hightech- Bereich, die die Rettungswinden Technologie an ihre Grenzen bringen. Das sind Jobs für höchst qualifizierte Spezialisten.“
In diesem Prototypen spiegelt sich die technische Expertise von VINCORION wider: Der Stromerzeuger PGM tactical in der Ausführung mit 50 Kilowatt wurde am Mittwoch, dem 4. September 2024 in Koblenz vorgestellt.
Das Vorserienmodell des neuen Aggregats für die Bundeswehr konnte erstmals auf der Messe RÜ.NET in Koblenz demonstriert werden. Die RÜ.NET ist als „Anwenderforum Rüstung und Nutzung“ eine Großveranstaltung, auf der sich Bundeswehr und Industrie zu unterschiedlichen Themen der Branche austauschen. Sie findet in Koblenz statt, wo auch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sitzt.
Mit dem neuen Stromerzeuger PGM tactical haben die Ingenieurinnen und Ingenieure von VINCORION ein Aggregat geschaffen, welches die hohen Anforderungen der Streitkräfte im mobilen Einsatz erfüllt und gleichzeitig mit einigen Alleinstellungsmerkmalen aufwartet: Dazu zählen taktische Vorteile durch geringeren Kraftstoffverbrauch ebenso wie die Entlastung des Personals durch einfache Bedienung. Mit dieser Technologie kann der wachsende Energiebedarf moderner Streitkräfte gedeckt werden.
Taktische Vorteile durch geringen Verbrauch
Den 50-Kilowatt-Protoypen stellten Daniel Zeitler, Leiter Strategie und Produktmanagement, gemeinsam mit Martin Eisenschmid, Director Business Development and Sales, der Öffentlichkeit vor. „Die Höhepunkte dieses Aggregats für die Bundeswehr sind, dass es einen Verbundbetrieb als sogenanntes Modular Grid ermöglicht, aber auch die Abgasnachbehandlung und die innovative Steuerung samt neuem Energiemanagement“, sagte Daniel Zeitler.
„Unser Team hat intensive Entwicklungsarbeit geleistet, um sicherzustellen, dass der Prototyp den hohen Anforderungen der Bundeswehr gerecht wird“, erklärte Martin Eisenschmid. Wie das Gerät mit seiner bedienerfreundlichen Technik jederzeit den Betriebszustand anzeigt, etwa über ein Display, demonstrierte er vor Ort.
Das Ziel ist klar: Die Benutzer sollen so weit wie möglich beim Betrieb der Stromversorgung entlastet werden, wodurch Personal für andere Aufgaben frei wird. Ebenso wird der Schulungs- und Wartungsaufwand reduziert und die Geräte können schneller in Betrieb genommen werden. „Obwohl wir mit den Batteriespeichern eine völlig neue Technologie einführen, benötigt die Bedienung dank einer hochautomatisierten und einheitlichen Steuerung weniger Schulung und Fachkenntnis als früher“, so Zeitler. Solche Technik sei am Markt nicht ohne weiteres erhältlich, betont er, und speziell auf die Anforderungen der Streitkräfte im Einsatz abgestimmt. Dazu gehören zum Beispiel verminderte Geräuschemissionen – diese führen zu taktischen Vorteilen.
Der Durchbruch: Die Emission-Downgrade-Technologie
Die Stromerzeuger PGM tactical können im Verbund laufen, gleich ob Geräte mit 50 oder 200 Kilowatt Leistung eingesetzt werden – und mit den modernen Energiespeichermodulen. Weiter ist die Koppelung an Systeme für erneuerbare Energien wie Photovoltaikmodule möglich. Schließlich kann das Aggregat an das Stromnetz angeschlossen werden – in diesem Fall würde gar kein Kraftstoff mehr verbraucht werden.
„Die Emission-Downgrade-Technologie war dabei ein entscheidender Durchbruch“, stellte Zeitler fest. Im Regelbetrieb werde der Dieselmotor mit der Klasse Stage V eingesetzt. Es gebe zusätzlich den „Emission Downgrade“-Betrieb, mit dem sämtliche NATO-Kraftstoffe verwendet werden können, auch solche, die verunreinigt sind. So wäre im Bündnisfall beispielsweise der Betrieb im Ausland möglich. „Das spart Kraftstoff, was wiederum ein großer taktischer Vorteil ist“, erläuterte Zeitler. Last but not least: Die Aggregate bieten eine hohe Mobilität, da es standardisierte Transportschnittstellen mit ISO-Aufnahmen gibt. Im Fall des 50-Kilowatt-Aggregats ist das ein 10-Fuß-Container.
Rückgrat der modernen mobilen Stromversorgung
Ob beim Einsatz in Europa oder außerhalb: Die Bundeswehr verlangt eine sichere Energieversorgung. Das Obsoleszenzmanagement, also der rechtzeitige Ersatz von Teilen während dem jahrelangen Betrieb, war ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für VINCORION. Das Technologieunternehmen setzt auf eine hohe Wertschöpfungstiefe und garantiert auch die Integration von zukünftigen Schnittstellen. So wird im Stromerzeuger und Energiespeichermodul die gleiche VINCORION-Software mit eigenen Controllern eingesetzt – was bei Engpässen in der Lieferkette ein großer Vorteil sein kann.

Taktische Vorteile beim neuen Stromerzeugeraggregat PGM tactical (Leistungsklasse 50 kW).
Das deutsche Technologieunternehmen VINCORION hat auf der Messe „Eurosatory“ in Paris das neue Waffenstabilisierungssystem GTD chaser offiziell als serienreif vorgestellt.
Die Stabilisierungstechnologie sorgt in modernen Panzerfahrzeugen wie dem LEOPARD 2 und dem Puma dafür, dass das Geschütz selbst bei hoher Geschwindigkeit und in schwierigem Gelände stets präzise auf das Ziel ausgerichtet bleibt. Der modulare Ansatz des Produktes unterstützt innovative Systemarchitekturen wie beim auf der Messe vorgestellten Leopard 2 A-RC 3.0.
„Mit GTD chaser kann der Bordschütze seine Ziele auch unter schwierigsten Bedingungen präzise bekämpfen – für eine maximale Ersttrefferwahrscheinlichkeit“, sagte Sascha Brüning, Vice President Business Development and Sales von VINCORION, anlässlich der Präsentation des Systems auf der Messe in Paris.
Vorkonfigurierte Module für breites Anwendungsspektrum
Das System GTD chaser basiert auf vorkonfigurierten und vorqualifizierten Komponenten und Modulen und bietet so eine Reihe von Vorteilen: Es kann in kürzester Zeit an die Bedürfnisse des Nutzers und die Konfiguration des Fahrzeugs angepasst werden. Die Kern-Komponenten und -Module sind vollständig serienreif – das ermöglicht eine sehr schnelle Adaption an neue Fahrzeuge wie die jüngste Weiterentwicklung des LEOPARD 2.
Wer sich für das System entscheidet, bekommt eine zukunftssichere Architektur, die jederzeit schnell und aufwandsarm aufgerüstet werden kann. Schließlich sinken auch die Lebenszykluskosten durch datenbasierte Wartung und optimiertes Obsoleszenzmanagement.
„Mit den GTD chaser Elektroniken und dazu passenden, neuartigen Antrieben ist es möglich, unbemannte Geschütztürme für Kampfpanzer zu bauen, die extrem leistungsfähig sind, für die Besatzung enorme Sicherheitsvorteile bringen und performanceseitig durch die zusätzliche Integration eines Autoloaders drei Schüsse in nur zehn Sekunden abfeuern können“, erläutert Brüning die Möglichkeiten von GTD chaser.
Antrieb, Stabilisierung und Leistungselektronik
„Wir fertigen bei VINCORION zahlreiche wichtige Komponenten für den LEOPARD 2: die Antriebe von Turm und Waffe, das Richt- und Stabilisierungssystem des Geschützes und die Leistungselektronik“, sagt Brüning. Auch der Generator für den rund 1500 PS starken Dieselmotor des Panzers stammt aus dem Unternehmen.
Im Rahmen der jüngsten Kampfpanzer-Bestellungen hat VINCORION wichtige Aufträge erhalten: So werden 54 Panzer vom Typ LEOPARD 2 A8 an den NATO-Partner Norwegen geliefert. Dabei kommt erstmals die Stabilisierungstechnologie des Typs GTD chaser zum Serieneinsatz. Weitere Lieferungen für Deutschland und Partnerländer stehen fix in den Auftragsbüchern und bedeuten mehr als 120 Systemlieferungen für die kommenden drei Jahre, begleitet von zahlreichen weiteren Optionen und Opportunitäten im Markt.
Fahrzeugbewegungen werden ständig kompensiert
Die Präzision, die Elektronik und Mechanik in GTD chaser bieten, sei nur mit einem reaktionsschnellen Antriebsmotor für Turm und Waffe möglich, erklärt Daniel Zeitler, Leiter Produktmanagement bei VINCORION. Hochkomplexe Regelungstechnik und Software verarbeiten, interpretieren und nutzen die Daten der Lage- und Bewegungssensoren. Laut Zeitler ist das exakte Zusammenspiel von Sensorik, Datenverarbeitung, Antriebselektroniken und den Antrieben entscheidend: So kann die große Masse des Turms und insbesondere das Rohr präzise und mit maximaler Geschwindigkeit gesteuert werden. Die Bewegungen des Fahrzeugs und der Rückstoß des Schusses müssen kontinuierlich und direkt kompensiert werden, um das Ziel hochpräzise anzuvisieren.
Dafür sorgt die Leistungselektronik, die VINCORION für die Panzer liefert. „Es wird viel Rechenleistung, Sensorik und Energie benötigt, damit der Turm des Panzers sich dreht und die Waffe sich hebt und senkt“, so Zeitler. Deshalb sei man überzeugt, eine Waffen-Richt- und Stabilisierungsanalage zu liefern, die als die beste der Welt gelten könne. Aber nicht nur im LEOPARD 2 finden sich Komponenten von VINCORION: Auch in der Elektronik und Mechanik des Pumas, welche einen Schusswinkel von minus 10 bis plus 45 Grad ermöglichen, findet sich die Technologie von VINCORION wieder. Das trifft auch auf die Panzerhaubitze 2000 zu.
Technischer Hintergrund: Details der Produktfamilie
Die Produktfamilie GTD chaser hat ein breites Anwendungsspektrum in leichten und schweren Kampffahrzeugen. Sie umfasst eine Vielzahl von Antriebssystemen – von der Spindel bis zum Stirnradgetriebe – für die mechanischen Schnittstellen. Sie ist zuverlässig und kostenoptimiert über den gesamten Lebenszyklus ausgelegt. „Das gibt ihr den Vorsprung, den unsere Kunden schätzen“, erklärt Zeitler.
Das System ist für den Einsatz im militärischen Umfeld optimiert. Zusätzlich ist ein redundanter Notantrieb integriert, der mechanisch oder elektrisch betrieben werden kann. Brüning verweist auf die Vorteile des Systems von VINCORION: „Unser Produkt hat niedrige Lebenszykluskosten. Die extreme Zuverlässigkeit und die Wartungsarmut senken die Gesamtkosten.“
„Mit dem neuen modularen GTD chaser Systembaukasten ist VINCORION bereit für alle Anforderungen und Herausforderungen an zukünftige Richt- und Stabilisierungssysteme, insbesondere im Hinblick auf Neuentwicklungen von Kampfpanzern der großen OEMs“, betont Dennis Hunold, Senior Product Manager. Dies zeige auch das Upgrade-Programm des Kunden KNDS für den LEOPARD 2 auf unbemannte Turmtechnologie und -design.
„Mit einem revolutionären Waffen-Lagerungssystem, passenden Antrieben sowie der hoch performanten Elektronik aus GTD chaser ist das Gesamtkonzept überhaupt umsetzbar. Gewicht und Größe werden deutlich reduziert. Die Besatzung wird auf bestmögliche Weise geschützt, wobei die Wirkung des Kampfpanzers gegen Ziele maximal wird“, betont Hunold.

