Wedel. Das Technologieunternehmen VINCORION stellt die Weichen für die Zukunft: Kajetan von Mentzingen wird mit sofortiger Wirkung zum Sprecher der Geschäftsführung ernannt und übernimmt die operativen Verantwortungsbereiche von Dr. Stefan Stenzel, der nach über einem Jahrzehnt erfolgreicher Tätigkeit zum 31. Mai 2024 in den Ruhestand tritt.
„Wir freuen uns sehr, dass Kajetan von Mentzingen diese neue Herausforderung übernimmt“, erklärt Tobias Seige, Vorsitzender des Beirats der VINCORION Gruppe. „Er verfügt über umfassende Erfahrung in der Branche und hat in der vergangenen Zeit bereits eng mit Dr. Stenzel zusammengearbeitet. Wir sind überzeugt, dass er gemeinsam mit Dieter Holst VINCORION erfolgreich in die Zukunft führen wird.“
Die Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben
Kajetan von Mentzingen blickt mit großer Freude auf seine neue Aufgabe: „Ich bin hoch motiviert, diese Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit Dieter Holst und dem gesamten Team die Erfolgsgeschichte der VINCORION Gruppe fortzuschreiben. Wir werden uns weiterhin auf unsere Kernkompetenzen fokussieren und unsere Kunden mit innovativen und maßgeschneiderten Lösungen unterstützen.“
Dr. Stefan Stenzel übergibt sein Amt mit einem guten Gefühl: „Ich bin stolz darauf, in den vergangenen zwölf Jahren ein prägender Teil des Unternehmens gewesen zu sein. Gemeinsam mit dem Team entwickelte sich VINCORION so zu einem der führenden Anbieter von militärischen Energiesystemen und Produkten für die Luftfahrtindustrie. Dafür möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken und wünsche Kajetan von Mentzingen und Dieter Holst alles Gute für ihre Aufgabe.“
„In zwölf Jahren hat Dr. Stefan Stenzel unser Unternehmen nachhaltig geprägt und mit Weitsicht zu dem gemacht, was es heute ist“, sagt Tobias Seige. „Für diese Lebensleistung danken wir ihm herzlich und wünschen ihm für seine Zukunft alles erdenklich Gute“, betont er weiter. „Wir vollziehen einen reibungslosen Wechsel in der Geschäftsführung und sehen mit Kajetan von Mentzingen und Dieter Holst ein starkes Führungsteam für die Fortführung der VINCORION Wachstumsstrategie.“
Von Mentzingen streicht heraus: „VINCORION ist gut für die Zukunft aufgestellt. Wir investieren weiterhin in neue Technologien und Prozesse, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unser Wachstum voranzutreiben.“ Der Übergang werde für alle Kunden, Lieferanten und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reibungslos verlaufen, betont er weiter. „Auf Veränderungen flexibel reagieren zu können, ist eine Stärke von VINCORION“, sagt der Geschäftsführer.
Über Kajetan von Mentzingen
Kajetan von Mentzingen verfügt über langjährige Erfahrung in der Industrie. Vor seinem Wechsel zu VINCORION war er in verschiedenen Führungspositionen bei namhaften Unternehmen tätig, so ab 2008 beim Airbus-Konzern. Während seiner Karriere bei Airbus hat der 50-Jährige sowohl in der zivilen Luftfahrt, als auch in der Hubschraubersparte sowie im Bereich Verteidigung und Raumfahrt gearbeitet. Nach mehreren Stationen in Deutschland, Frankreich und Spanien agierte er zuletzt als „Global Head of Quality“ für Airbus Defence & Space, bevor er im Jahr 2023 zu VINCORION wechselte, wo er innerhalb der Geschäftsführung den Bereich Luftfahrt übernahm.
Das Technologieunternehmen VINCORION aus Wedel hat den Vertrag über die Lieferung von mehr als 700 Bordnetzgeneratoren des Typs EPG huskyV W 600 für den „Boxer“ unterzeichnet. Für zukünftige Projekte werden noch weitere Bestellungen erwartet, so dass eine Gesamtstückzahl von über 1000 Generatoren erwartet wird. Das demonstriert die Leistungsfähigkeit der militärischen Energiesysteme des Unternehmens auch bei gepanzerten Fahrzeugen.
Der neue Generator von VINCORION, der EPG huskyV W 600, ist ein wassergekühlter Bordnetzgenerator für alle Einsatzszenarien: Im „Boxer“ kann er die Stromversorgung für das Fahrzeug und die vielfältigen Missions-Module übernehmen. Denn er liefert einen Strom von bis zu 600 Ampere und ist damit auch für künftige Anforderungen gerüstet. Ein neuer digitaler Spannungsregler wurde integriert, welcher die Anpassung des Generators für die verschiedenen Anwendungen erlaubt.
Hersteller vertrauen auf Komponenten von VINCORION
VINCORION hat jetzt einen Rahmenvertrag mit KNDS Deutschland unterzeichnet. „Die Lieferung des Generators für den Boxer ist für uns ein sehr wichtiger Auftrag“, sagt Dr. Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION. „Das zeigt uns, dass die Nachfrage nach dem Boxer anhaltend hoch ist. Es zeigt aber auch, dass die Hersteller moderner Militärtechnik auf Komponenten von VINCORION vertrauen und ihre Fahrzeuge damit ausrüsten.“
Das Auftragsvolumen liegt derzeit bei rund 12 Millionen Euro. Das Unternehmen rechnet mit weiteren Bestellungen dieser modernen Generatoren.
Leistung wächst von 370 auf 600 Ampere
„Der neue Generator passt genau in den Bauraum der Fahrzeuge“, erläutert Stenzel. Es wäre also möglich, neben sämtlichen Neufahrzeugen auch bestehende Fahrzeuge damit auszurüsten, wenn die Nachfrage nach Leistung wächst. Das Vorgängermodell, der SF 217, kam noch auf 370 Ampere, die in der neuen Variante auf 600 Ampere gesteigert wurden. „Moderne Militärtechnik benötigt mehr Energie, unter anderem für Kommunikation oder Klimatisierung. Wir sind Spezialist für militärische Energieversorgung. Gleich, ob es um die Stromversorgung für die ausgefeilte Elektronik oder um Radaranlagen geht: Unser Generator liefert die nötige Energie zuverlässig.“
In Großbritannien und Australien wurden bereits intensive Fahrzeugtests mit dem Boxer mit dem neuen Generatorsystem durchgeführt. Dabei hat das neue Modell EPG huskyV W 600 bereits seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Auch bei Testfahrten von über 1000 Kilometern mit dem Fahrzeug in der Schweiz blieb die Leistung jederzeit stabil, wie die Ingenieure von VINCORION berichten. Durch die Wasserkühlung des Generators kann dieser unabhängig von den Umgebungsbedingungen arbeiten.
Stets die volle Leistung
Die Temperaturen im Kühlkreislauf können stark ansteigen, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Zudem ist der Generator wasserdicht nach der Schutzklasse IP 67. „Der Generator kennt kaum Einbußen durch wechselnde Umgebungstemperaturen. Das heißt: Er bringt stets die volle Leistung“, betont Stenzel.
Der EPG huskyV W 600 wird im Werk von VINCORION in Essen gefertigt, in dem auch Generatoren für den Leopard 2-Panzer und den Schützenpanzer Puma produziert werden. Einige Teile, wie mechanische Bauteile, kommen vom Sitz des Unternehmens in Wedel. Am Standort Essen hat VINCORION erhebliche Kompetenz für Generatoren aufgebaut – das ist die Grundlage für diesen Großauftrag. Durch den Auftrag rechnet das Unternehmen auch damit, weitere Fachkräfte einstellen zu können.
Technologieunternehmen fertigt Energieversorgung für Luftabwehrsystem
Die Schweiz hat fünf Patriot™-Luft- und Raketenabwehrsysteme beim US-Hersteller Raytheon als Luftverteidigungslösung im Rahmen des Programms „Air 2030“ bestellt. Die Energieversorgung für die Systeme liefert das Technologieunternehmen VINCORION mit Sitz in Wedel bei Hamburg.
VINCORION ist stolz darauf, die Stromversorgung für eines der besten Luftverteidigungssysteme der Welt zu liefern, wie es sich kürzlich in der Ukraine erneut bewährt habe. „Damit verfügt das Patriot-System über eine stabile, zuverlässige und kampferprobte Stromversorgung für die Radar- und Feuereinheiten“, bekräftigt Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION.
Autarker Radarbetrieb
Der Auftrag umfasst EPP radarV-Einheiten („Electric Power Plants“), die das Radarsystem mit Strom versorgen, sowie 15-Kilowatt-Stromgeneratoren für die Patriot-Trägerrakete. Weiter gehören Frequenzumrichter mit einer Leistung von 150 Kilowatt dazu und Umrichter mit einer Leistung von zwei Mal jeweils 15 Kilowatt. Dadurch kann das Patriot-System ohne CO2-Emissionen direkt aus dem öffentlichen Netz gespeist werden.
In dieser Konfiguration bleiben die Generatoren als Reservestromquelle erhalten. „Sicherheit und militärische Überlegenheit hängen von einem zuverlässigen und jederzeit autarken Radarbetrieb ab“, betont Stenzel. VINCORION fertigt die Stromversorgung für Patriot an seinem Standort in Altenstadt, Bayern.
Im Juni 2021 gab die Schweizer Regierung ihre Absicht bekannt, das bewährte Patriot™-System für ihre bodengestützte Luftverteidigung zu erwerben, das nach einer Evaluierung im Rahmen der Ausschreibung BODLUV GR Air2030 als bevorzugte Lösung ausgewählt wurde.
Modernisierung des Patriot-Systems
Patriot ist ein Luft- und Raketenabwehrsystem, das aus Radar, Führungs- und Kontrollsystemen sowie Abfangraketen besteht. Es kann Marschflugkörper, Drohnen, moderne Kampfflugzeuge und andere Bedrohungen aus der Luft erkennen, identifizieren und bekämpfen.
VINCORION arbeitet konsequent an der Modernisierung der Energieversorgung. Dafür entwickelt das Unternehmen neue Hybridlösungen. Diese können den Kraftstoffverbrauch senken und damit zu niedrigeren Betriebskosten führen. Denn geringere Emissionen sorgen für einen niedrigeren Verbrauch an Ressourcen – und helfen, den Personaleinsatz zu reduzieren, der zum Beispiel für die Tankvorgänge eingesetzt werden muss. Bei der Leistungsfähigkeit gibt es aber keine Abstriche.
Das Patriot-System ist die Grundlage für ein integriertes Luft- und Raketenabwehrsystem für 18 Nationen. In Europa zählen Deutschland, Spanien, Griechenland, die Niederlande, Polen, Schweden und Rumänien zu den Kunden des Systems. VINCORION ist seit 30 Jahren Lieferant von Patriot.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen hat sich am heutigen Freitag (14. April) bei dem Technologieunternehmen VINCORION in Wedel über die Lage im industriellen Mittelstand in Schleswig-Holstein informiert. Der Minister betonte, dass die Streitkräfte in Deutschland zügig ausgerüstet werden müssten und es bei der Beschaffung keine weiteren Verzögerungen geben dürfe.
Im Gespräch mit Madsen erläuterte Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION, den Wunsch der Industrie nach Planbarkeit und Verlässlichkeit von Seiten der Politik. Außerdem zeigte er die Entwicklungen der Branche, etwa anhand des Themas „Green Defense“ und Möglichkeiten, CO₂ einzusparen.
Beschaffung darf sich nicht in die Länge ziehen
„Die Wehrtechnik-Branche hat eine große wirtschaftliche Bedeutung in Schleswig-Holstein“, hielt Madsen fest. Rund 30 Unternehmen in dieser Branche gebe es im Norden mit rund 7000 Beschäftigten, indirekt seien es sogar 20.000 Arbeitsplätze. Zu der Branche zähle auch ein bedeutender industriellen Mittelstand – wie zum Beispiel „Vincorion“.
„Die Landesregierung möchte, dass ein guter Teil des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens für die Bundeswehr im Norden investiert wird“, betonte Madsen. „Neues Material für die Streitkräfte muss zügig beschafft werden, das ist sicherheitspolitisch- und wirtschaftspolitisch geboten.“ Verständnis zeigte der Minister dafür, dass es für die Industrie schwierig sei, wenn sich Beschaffungsprozesse lange hinzögen. Die Industrie benötige verbindliche Zusagen, um planen zu können, wie Stenzel erklärte. Werde Gerät zum Beispiel an die Ukraine abgegeben, brauche es bis zu 24 Monate, um ersetzt zu werden. Denn auch Material sei teilweise schwer zu bekommen.
Keine Stigmatisierung bei der Finanzierung
Nicht zeitgemäß sei es, dass Rüstungsbetriebe in Zeiten militärischer Bedrohung Schwierigkeiten hätten, an Kreditfinanzierungen zu gelangen. Madsen: „Es darf hier keine Stigmatisierung geben. Das würde die Bedeutung der Verteidigungsindustrie im Norden verkennen. Es würde aber auch den außen- und sicherheitspolitischen Interessen widersprechen.“
Auslöser sind die ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) und die EU-Taxonomie, die neue Regeln für Finanzierungen von Seiten der Banken einführt. Wehrtechnik müsse als nachhaltig anerkannt werden, um Finanzierungen zu erleichtern. Madsen will das Thema nicht nur bei den Banken im Land ansprechen, sondern auch Gespräche über eine mögliche Einbindung der staatlichen KfW-Bank fortsetzen.
Investitionsstau bei der Bundeswehr auflösen
Der Ukraine-Krieg habe den Blickwinkel der Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit einer einsatzfähigen Bundeswehr und auch auf die wehrtechnische Industrie verändert, wie Stenzel dem Minister berichtet. „Insofern können wir erwarten, dass nun auch in Deutschland baldmöglichst die benötigten Investitionen in unsere Streitkräfte getätigt werden.“
Stenzel wies darauf hin, dass noch immer keine konkreten Aufträge aus dem 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen in Wedel eingegangen seien – auch wenn es Anfragen von vielen Systemhäusern gebe. „Mit den Mitteln aus dem Sondervermögen können nur die Ausrüstungslücken geschlossen und altes Gerät ersetzt werden. Es ist völlig klar, dass man den Verteidigungshaushalt um 20 bis 30 Milliarden pro Jahr aufstocken muss.“ Nur so könnten die inflationsbedingt ansteigenden Kosten der Armee finanziert werden. Im Jahr 2022 konnte VINCORION in Wedel 79 neue Mitarbeiter einstellen und werde dies auch in diesem Jahr fortsetzen. Ebenso baue man am Standort im bayerischen Altenstadt den Personalbestand aus. Stenzel: „Fachkräfte für die Industrie zu finden ist aber nicht einfach, in Wedel ebenso wenig wie an unseren anderen Standorten.“
Spitzentechnologie, die in Wedel gefertigt wird
Stefan Stenzel betont, dass die mittelständischen Unternehmen auch für die technologische Entwicklung in Schleswig-Holstein eine Rolle leisteten. An Madsen, der auch Minister für Technologie ist, gewandt, sagte er: „Wir entwickeln und fertigen bei Vincorion hybride Systeme für die Energieerzeugung.“ Dazu gehörten Elektronik und Komponenten wie der Anlasser für den Leopard-2-Panzer oder den Motor, der den Turm des Fahrzeuges dreht. Die Waffenstabilisierung sei Spitzentechnologie, die hier in Wedel gefertigt werde. Auch im zivilen Bereich arbeite VINCORION an technologischen Lösungen, wie an einer innovativen elektronischen Rettungswinde, die für den Kunden Airbus Helicopter entwickelt wird und die weltweit höchste Sicherheitsstandards erfüllt.
Nicht nur gesamtgesellschaftlich, auch im militärischen Bereich spiele der Klimawandel eine wachsende Rolle, erläuterte der Geschäftsführer von VINCORION dem Minister bei seinem Besuch. „Wir arbeiten daran, die Produktion in unserem Unternehmen, die Unternehmensführung und auch unsere Produkte selbst nachhaltiger und CO₂-sparsamer zu machen“, sagte Stefan Stenzel. Das Thema „Green Defense“ werde zunehmend wichtiger: „Wir stehen als Unternehmen voll hinter dem Ziel, den CO₂-Ausstoß von Armeen wie der Bundeswehr zu senken.“
Dieter Holst und Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION, begrüßen Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen in Wedel. (Fotos: VINCORION)
Die Branchenauszeichnung für innovative Produktions- und Logistiklösungen wurde in Gerlingen bei Stuttgart verliehen: VINCORION wird in der Kategorie „Kundenorientierung“ prämiert. Der Benchmarking-Wettbewerbs für „Best Practices“ in der Industrie wird unterstützt durch die Bundesvereinigung Logistik.
Die Auszeichnung wird jährlich von einer unabhängigen Expertenjury aus ehemaligen MX-Gewinnern verliehen, unter der wissenschaftlichen Leitung der Technischen Universität Berlin. Sie würdigt innovative Lösungen in der Produktion und Logistik. Ziel des Awards ist es, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken, indem „Best Practices“ identifiziert, die branchenübergreifende Zusammenarbeit gefördert und eine Austauschplattform geschaffen wird.
Das Technologieunternehmen VINCORION hat sich auf Energiesysteme in sicherheitskritischen Anwendungsbereichen spezialisiert – darunter Generatoren, elektrische Motoren und Antriebe, Aggregate, Leistungselektronik und hybride Energiesysteme. Spezifische Kundenanforderungen gehören für VINCORION zum täglichen Geschäft.
Produkte haben lange Lebensdauer
Egal ob in der Luft, auf der Schiene oder im militärischen Einsatz: Die Lösungen von VINCORION müssen höchsten Belastungen standhalten. Die Produkte sind meist mehrere Jahrzehnte im Einsatz und müssen über einen langen Produktlebenszyklus zuverlässig funktionieren. Da es sich um stark regulierte Anwendungsbereiche handelt, ist die Erfüllung einer Vielzahl von Zertifizierungen, Richtlinien und Qualitätsstandards eine Grundvoraussetzung.
„Unsere Kundenorientierung stützt sich folglich auf mehrere Säulen: vertrauensvolle Partnerschaft, intensiver Dialog sowie langfristiger Service. Dafür sondieren wir nicht nur ständig den Markt, um möglichst zielgenau die Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen, sondern machen die Kundenzufriedenheit auch anhand konkreter Kennzahlen messbar“, erklärt Dr. Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION.
Kundenzufriedenheit als messbare Kenngröße
Um die Kundenzufriedenheit anhand von Kennzahlen vergleichbar zu machen, hat sich VINCORION neu aufgestellt. Dafür wurden Gespräche mit den knapp fünfzehn wichtigsten Kunden geführt, in dem sie Bedarfe und Wünsche in der Kundenbetreuung offenlegten. Ausgehend davon hat VINCORION neue Strukturen und Prozesse definiert. Jeder „Top-Kunde“ erhielt beispielsweise einen Key-Account-Manager als Ansprechpartner, der sich um sämtliche Anliegen kümmert und ein tiefergehendes Kundenverständnis entwickelt.
Gemeinsam wurden bis zu vier Kenngrößen definiert, um die Kundenzufriedenheit messbar zu machen: Dazu gehören 1) Termintreue: Wird pünktlich zum vereinbarten Termin geliefert? 2) Mengentreue: Werden die vereinbarten Mengen geliefert? 3) Reklamationsquote: Gab es aufgetretene Fehler innerhalb der Gewährleistungsfrist? 4) Kommunikation: Wurden eventuelle Abweichungen frühzeitig kommuniziert? Einmal im Quartal übermitteln unsere Auftraggeber eine Bewertung zu diesen Kriterien nach einem Punktsystem. Die Selbsteinschätzung von VINCORION und Fremdeinschätzung des Kunden werden schließlich miteinander verglichen.
Impulse für Weiterentwicklung von Produkten
Seit Jahren ist VINCORION zum Beispiel bei der hydraulischen Rettungswinde für den Helikopter NH90 etabliert, die bei alpinen Notfällen oder Rettungseinsätzen in Überschwemmungsgebieten zum Einsatz kommt. In Gesprächen und Befragungen mit Helikopterherstellern und Anwendern erhielt das Team Impulse für die Weiterentwicklung. Auf dieser Grundlage arbeiten man an einer neuen elektrischen Rettungswinde, die ERH premierv, die in puncto Performance, Zuverlässigkeit und Sicherheit neue Standards setzt.
Wie lang die Technologien von VINCORION mitunter im Einsatz sind, lässt sich am Beispiel des Leopard 2 gut nachvollziehen: Die allerersten Exemplare wurden bereits zur Jahreswende 1979/80 bei der Bundeswehr in Dienst gestellt, noch immer ist der Panzer im Einsatz. Von VINCORION stammt die Waffenricht- und -stabilisierungsanlage des Leopard 2. Dabei werden wartungsfreundliche Baugruppen und modulare Systeme genutzt. Zudem wurde die Möglichkeit der Weiterentwicklung von Beginn an mitgedacht und technisch vorbereitet.
Langfristig genutzte Technik instand halten
„Wir stehen vor der ständigen Herausforderung, zukunftsorientiert zu denken und neue Produkte zu entwickeln. Zugleich müssen wir oft langfristig genutzte Technik instand halten und permanent an sich wandelnde Herausforderungen anpassen“, betont Dr. Stefan Stenzel. „Die Ergebnisse des Benchmarking-Wettbewerbs MX Award liefern uns hier weitere wertvolle Impulse, um Optimierungspotenziale bei VINCORION zu heben und uns als Unternehmen für die Zukunft noch besser aufzustellen.“
Klaus Lübbers (DIRKS Group), Dr. Manfred Jagiella (Endress+Hauser Gruppe), Marco Lienau (VINCORION), Marcus Golchert (VINCORION), Dr.-Ing. Daniel Roy (MX) und Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer (MX) freuen sich über den Award (v.l.n.r.). (Foto: Marcus Krüger)
Das Technologieunternehmen VINCORION aus Wedel plant, die Verbesserung des Energiesystems im Schützenpanzer PUMA voranzutreiben. Die Leistungselektronik wird in diesem Rahmen überarbeitet und mit modernen Bauteilen robuster gestaltet.
„Wir halten den Puma für den leistungsfähigsten Schützenpanzer auf dem Markt“, sagt Dr. Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION – ungeachtet der jüngsten Debatten um Ausfälle. Er betont: „Wir investieren in die Zukunftsfähigkeit und stellen uns damit deutlich hinter das System.“ In Fachkreisen sei man sich einig, dass es sinnvoll sei, die Leistungsfähigkeit des PUMA kontinuierlich zu erhöhen, um den gesteigerten Nutzungsanforderungen gerecht zu werden.
Stefan Stenzel äußert sich auch vor dem Hintergrund der aktuellen Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestages: Dieser kommt am Mittwoch, den 18. Januar in Berlin zusammen. Auf der Tagesordnung steht die Debatte um den aktuellen Sachstand zum PUMA.
Die „Wirkungsüberlegenheit“ hatte auch das Bundesverteidigungsministerium dem Fahrzeug bescheinigt – auch wenn es Nachbesserungen bei der Einsatztauglichkeit geben müsse. Dass dies möglich ist, davon ist Stefan Stenzel überzeugt: „Von den 18 ausgefallenen Schützenpanzern sind 17 wieder in Betrieb. Das System wird auf Dauer sehr erfolgreich betrieben werden können.“.
Erweiterte Funktionen werden eingebaut
In Wedel arbeitet man nun daran, die Leistungselektronik des PUMA zu verbessern – in einem Bereich, der von den jüngsten Ausfällen nicht betroffen war. Dazu gehört die Neuzertifizierung nicht mehr Marktverfügbarer Komponenten, aber auch, erweiterte Funktionen mit einzubauen. Beispiele dafür sind die Versorgung eines elektrischen Abgasturboladers und das externe Laden des Schützenpanzers.
Das Projektteam von VINCORION tauscht sich dafür eng mit dem Kunden aus: Auf der Liste steht beispielsweise die Vermessung des aktuellen Energiesystems. Bis zum Ende des ersten Quartals 2023 sollen die Spezifikationen für Systeme und Komponenten stehen. Darauf aufbauend werden dann transparent neue Komponenten entwickelt. Die ersten Bauteile für Funktionsmuster und Prototypen werden ab Ende 2023 beschafft und zügig zu Baugruppen zusammengebaut.
VINCORION wird sich dabei intensiv mit neuen Technologien befassen. Dabei profitiert das Unternehmen von Synergien mit anderen Zukunftsprojekten im Bereich der Energiesysteme. Das Projekt hat ein Volumen von zunächst acht Millionen Euro.
Der Schützenpanzer mit modularer Panzerung
Der PUMA ist der leistungsfähigste Schützenpanzer, der an die Bundeswehr geliefert wird. Das Fahrzeug, das seit 2015 produziert wird, ist einer der stärksten Schützenpanzer der Welt. Er kann neun Personen transportieren und wiegt in der Schutzstufe A 31 Tonnen, in der Schutzstufe C 41 Tonnen. Die zusätzliche Panzerung kann modular angebracht werden – was den PUMA sogar transportabel in Flugzeugen wie dem A 400 M macht. Mit seinem 1090-PS-Motor kann das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern auf der Straße erreichen.
Die Bewaffnung besteht aus einer Maschinenkanone, einem 5,56-mm-MG und einer Sprengkörperwurfanlage. Gegenüber dem Vorgänger, dem Schützenpanzer Marder, verfügt der PUMA über eine Maschinenkanone mit einem Kaliber von 30 Millimetern (Marder 20 Millimeter), die zudem stabilisiert und damit zielgenauer ist. Außerdem ist diese so eingerichtet, dass die Zielerfassung von der Zielbekämpfung getrennt ist, wie es bei modernen Kampfpanzern geschieht.
Der Schutz von Großstädten und Siedlungen, von Energieanlagen oder der Infrastruktur vor Bedrohungen aus der Luft wird kontrovers diskutiert. Gerade seit den verstärkten russischen Raketenangriffen auf die Ukraine drängt sich die Frage auf, was Abwehrsysteme leisten können – und, welche in Deutschland eingesetzt werden. Am Rande des Treffens der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel haben 14 europäische Staaten und Deutschland gerade erst den „Letter of Intent“ zur Gründung einer European Sky Shield Initiative (ESSI) zur Luftverteidigung unterzeichnet – denn bei der Verteidigung gegen Bedrohungen aus der Luft und dem Weltraum hat Deutschland Nachholbedarf. Das Technologieunternehmen VINCORION aus Wedel bei Hamburg, selbst Zulieferer für die Energieversorgung von Abwehrsystemen, gibt einen Überblick zum Thema Schutzschirme.
Diese Systeme sind in der NATO im Einsatz
„Ein wirkungsvoller Schutzschirm besteht aus mehreren Systemen, die aufeinander aufbauen, verknüpft sind und sich wie eine Kuppel aufspannen“, erklärt Dr. Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION. Das bekannteste Abwehrsystem ist „Patriot“ des Herstellers Raytheon, das schon seit den 1980er Jahren auf dem Markt ist und ständig weiterentwickelt wird. Die aktuelle Version ist „Patriot PAC-3 MSE“. Der Patriot-Lenkflugkörper kann bis zu fünf Ziele gleichzeitig bekämpfen, etwa ballistische Raketen, die er direkt trifft. Es sind Systeme mit unterschiedlichen Reichweiten im Angebot, beispielsweise hat ein System der Bundeswehr knapp 70 Kilometer Reichweite. Da Patriot fortlaufend verbessert wird, wird es bis über das Jahr 2040 hinaus im Einsatz sein.
„Bei der Modernisierung und der Anpassung an aktuelle Verteidigungsszenarien spielt die Energieversorgung eine Hauptrolle, kommen doch immer mehr und vor allem leistungsfähigere Komponenten zum Einsatz“, sagt Stefan Stenzel. „Das ist der Fall etwa bei der Auslegung neuer Radare wie dem LTAMDS-Radar oder bei der Bildung ganzer Schutzschirme, die zudem mitwachsen und per Plug-and-Fight-Funktion miteinander verknüpfbar sein sollen.“ Gleichzeitig seien aber auch ressourcenschonende Komponenten gefordert, hinsichtlich der Emissionen, aber auch der Kraftstoffverbräuche und damit der Einsatzkosten.
Ein weiteres System ist das US-amerikanische „THAAD“ („Terminal High Altitude Area Defense“), das in der mittleren Reichweite von rund 200 Kilometern eingesetzt wird, von den USA wie von den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dieses System kann Raketen in der letzten Phase ihres Fluges aufhalten.
In die Schlagzeilen gekommen ist das neue System „IRIS-T“ aus Deutschland, von dem ein erstes Exemplar gerade an die Ukraine geliefert werden konnte. Es wurde bisher nur an wenige Länder ausgeliefert, die Bundeswehr selbst wird wahrscheinlich noch damit ausgerüstet werden. Aber die Raketen, mit denen es arbeitet, sind erprobt, da sie auf einer Entwicklung für den Eurofighter basieren. „IRIS-T“ kann Jets, Hubschrauber, Kurzstreckenraketen, Drohnen und Lenkflugkörper mit einer Reichweite bis zu 40 Kilometer bekämpfen.
Für den äußeren Teil der Schutzschirme, die sich wie Kuppeln aufbauen, plant Deutschland die Anschaffung des israelischen Systems „Arrow 3“, das Lang- und Mittelstreckenraketen mit einer sehr hohen Reichweite abfangen kann. Die Entwicklung begann mit dem „Arrow“ bereits 1986 in Israel unter US-Beteiligung. Das neue „Arrow 3“ gilt als sehr flexibel, feindliche Raketen sollen durch direkte Treffer zerstört werden. Der Schutzschirm der neuen „European Sky Shield Initiative“ könnte aus den drei Systemen „IRIS-T“, „Patriot“ und „Arrow 3“ bestehen.
In Frankreich und Italien wird das System „SAMP/T“ gefertigt, das seit 2002 einsatzfähig ist. Das Abwehrsystem kann mit unterschiedlichen Raketen bestückt werden, die eine Reichweite zwischen 30 km („Aster 15“) und bis zu 120 km erreichen („Aster 30“). Die Raketen sind kleiner als beim „Patriot“-System.
In die Ukraine liefern die USA jetzt das System „NASAMS“, das in Norwegen und den Vereinigten Staaten gebaut wird. Es kann mit „Patriot“ gekoppelt werden, das für die größeren Reichweiten gedacht ist. Aktuell erreicht das System „NASAMS 3“ eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. In Europa wird dieses System für einen Schutzschirm beispielsweise von Litauen und den Niederlanden verwendet.
Diese Systeme gibt es außerdem noch:
Führend ist auch die israelische Industrie, die mit „Davids Sling“ (bis 160 km) und dem „Iron Dome“ (bis 17 km) beispielsweise zwei sehr fortschrittliche Abwehrsysteme fertigt, die jedoch nicht an die Ukraine geliefert werden.
Von russischer Seite sind die Systeme S-300 und S-400 im Einsatz, deren Trefferquoten in Untersuchungen der NATO weniger gut abgeschnitten haben als beim Patriot-System. Die Ukraine verfügt über das S-300 und erzielte damit bei den jüngsten Raketenanschlägen Abfangquoten von bis zu 50 Prozent. Es hat eine Reichweite von 75 bis 100 km.
Deutschland plante zwischenzeitlich die Entwicklung eines weiteren eigenen Systems, des TVLS, das auf dem Projekt „MEADS“ basierte. Der Bundestag hatte aber 2020 per Beschluss die Weiterentwicklung gestoppt. Weitere Länder, die Schutzschirme entwickeln und herstellen, sind Indien und China sowie Taiwan.
Wie funktioniert ein modernes Abwehrsystem?
Ein Radar sieht sich den Luftraum über einem bestimmten Gebiet an. Es kann eine Freund- / Feind-Erkennung durchführen, die interpretiert wird. Dabei werden alle Luftfahrzeuge erfasst, denn es geht ja nicht nur um Flugzeuge, sondern auch um Raketen und größere Drohnen. Entdeckt das Radar einen Feindkontakt, so wird die Abwehrrakete gestartet. In Zusammenarbeit mit dem Radar kann die Rakete auch noch nachgesteuert werden, bis sie schließlich das Flugobjekt trifft und unschädlich macht.
Dabei kommt es auf eine jederzeit sichere Energieversorgung an: VINCORION liefert die Energie für das Radarsystem und den Raketen-Launcher von Patriot und den Launcher von IRIS-T. „Das besondere ist das Lastprofil des Systems“, erklärt Stefan Stenzel. Über den Verlauf des Einsatzes hinweg gebe es immer wieder besondere Lasten, für die Energie bereitgestellt werden müsse. Hybrid-Systeme können deutlich effizienter sein, da sie den Betrieb am Netz ermöglichen, wenn ein System stationär betrieben wird. Stefan Stenzel: „Die Herausforderung ist, immer so viel Energie zu liefern, wie benötigt wird – auch unter Umweltaspekten ein wichtiges Vorhaben.“
Patriot ist transportabel, aber zukünftige Systeme sollen auch in Containern untergebracht werden. Die Module sollen eine einheitliche 20-Fuss-Transportschnittstelle zum Trägerfahrzeug erhalten – das macht die Logistik einfacher und die Aggregate gut einsetzbar.
„IRIS-T“ besteht beispielsweise aus der Radaranlage, dem Gefechtsstand und dem Raketen-Starter, die auf Lastwagen montiert sind. Mehrere Systeme können gekoppelt werden und so einen effektiveren Schutzschirm bilden.
Was kann der Ukraine helfen?
Die Ausrüstung mit IRIS-T scheint in der Tat für die Ukraine sehr hilfreich im Krieg mit Russland zu sein. Zunächst ist ein erstes „IRIS-T“ geliefert worden, im Laufe des Jahres 2023 sollen drei weitere dazukommen. Ob die Ukraine aber ein „Patriot“-System bekommt, die Kiewer Regierung warb dafür bei den USA, ist noch unklar.
Vom „NASAMS-3“-System wurde aus den USA eine Einheit geliefert, bis zu sieben weitere sollen folgen. Die Sorge davor, dass ein Raketenschutzschirm in die Hände Russlands fallen könnte, dürfte laut manchen Experten bei einigen Systemen auch eine Rolle spielen. Bislang wollen Frankreich und Italien ihr System nicht liefern. Dort ist aber Bewegung ins Spiel gekommen: Frankreich will grundsätzlich ein System liefern, hält sich mit Details aber noch zurück.
Für die Systemen, die an die Ukraine geliefert werden, seien es nun „IRIS-T“ oder „NASAMS“, gilt allerdings: Sie müssen erst noch produziert werden. Bei der Herstellung und dem Betrieb sind ressourcenschonende Komponenten gefordert, und zwar in Bezug auf die Emissionen, aber auch auf Kraftstoffverbräuche und Einsatzkosten. VINCORION kommt dabei seine Erfahrungen mit mobilen, hybriden Stromversorgungsaggregaten zugute, so wie sie das Unternehmen in den neuen SEA-Aggregaten („Stromerzeugungsaggregate“) an die Bundeswehr liefern wird.



