In diesem Prototypen spiegelt sich die technische Expertise von VINCORION wider: Der Stromerzeuger PGM tactical in der Ausführung mit 50 Kilowatt wurde am Mittwoch, dem 4. September 2024 in Koblenz vorgestellt.

Das Vorserienmodell des neuen Aggregats für die Bundeswehr konnte erstmals auf der Messe RÜ.NET in Koblenz demonstriert werden. Die RÜ.NET ist als „Anwenderforum Rüstung und Nutzung“ eine Großveranstaltung, auf der sich Bundeswehr und Industrie zu unterschiedlichen Themen der Branche austauschen. Sie findet in Koblenz statt, wo auch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sitzt.

Mit dem neuen Stromerzeuger PGM tactical haben die Ingenieurinnen und Ingenieure von VINCORION ein Aggregat geschaffen, welches die hohen Anforderungen der Streitkräfte im mobilen Einsatz erfüllt und gleichzeitig mit einigen Alleinstellungsmerkmalen aufwartet: Dazu zählen taktische Vorteile durch geringeren Kraftstoffverbrauch ebenso wie die Entlastung des Personals durch einfache Bedienung. Mit dieser Technologie kann der wachsende Energiebedarf moderner Streitkräfte gedeckt werden.

Taktische Vorteile durch geringen Verbrauch

Den 50-Kilowatt-Protoypen stellten Daniel Zeitler, Leiter Strategie und Produktmanagement, gemeinsam mit Martin Eisenschmid, Director Business Development and Sales, der Öffentlichkeit vor. „Die Höhepunkte dieses Aggregats für die Bundeswehr sind, dass es einen Verbundbetrieb als sogenanntes Modular Grid ermöglicht, aber auch die Abgasnachbehandlung und die innovative Steuerung samt neuem Energiemanagement“, sagte Daniel Zeitler.

„Unser Team hat intensive Entwicklungsarbeit geleistet, um sicherzustellen, dass der Prototyp den hohen Anforderungen der Bundeswehr gerecht wird“, erklärte Martin Eisenschmid. Wie das Gerät mit seiner bedienerfreundlichen Technik jederzeit den Betriebszustand anzeigt, etwa über ein Display, demonstrierte er vor Ort.

Das Ziel ist klar: Die Benutzer sollen so weit wie möglich beim Betrieb der Stromversorgung entlastet werden, wodurch Personal für andere Aufgaben frei wird. Ebenso wird der Schulungs- und Wartungsaufwand reduziert und die Geräte können schneller in Betrieb genommen werden. „Obwohl wir mit den Batteriespeichern eine völlig neue Technologie einführen, benötigt die Bedienung dank einer hochautomatisierten und einheitlichen Steuerung weniger Schulung und Fachkenntnis als früher“, so Zeitler. Solche Technik sei am Markt nicht ohne weiteres erhältlich, betont er, und speziell auf die Anforderungen der Streitkräfte im Einsatz abgestimmt. Dazu gehören zum Beispiel verminderte Geräuschemissionen – diese führen zu taktischen Vorteilen.

Der Durchbruch: Die Emission-Downgrade-Technologie

Die Stromerzeuger PGM tactical können im Verbund laufen, gleich ob Geräte mit 50 oder 200 Kilowatt Leistung eingesetzt werden – und mit den modernen Energiespeichermodulen. Weiter ist die Koppelung an Systeme für erneuerbare Energien wie Photovoltaikmodule möglich. Schließlich kann das Aggregat an das Stromnetz angeschlossen werden – in diesem Fall würde gar kein Kraftstoff mehr verbraucht werden.

„Die Emission-Downgrade-Technologie war dabei ein entscheidender Durchbruch“, stellte Zeitler fest. Im Regelbetrieb werde der Dieselmotor mit der Klasse Stage V eingesetzt. Es gebe zusätzlich den „Emission Downgrade“-Betrieb, mit dem sämtliche NATO-Kraftstoffe verwendet werden können, auch solche, die verunreinigt sind. So wäre im Bündnisfall beispielsweise der Betrieb im Ausland möglich. „Das spart Kraftstoff, was wiederum ein großer taktischer Vorteil ist“, erläuterte Zeitler. Last but not least: Die Aggregate bieten eine hohe Mobilität, da es standardisierte Transportschnittstellen mit ISO-Aufnahmen gibt. Im Fall des 50-Kilowatt-Aggregats ist das ein 10-Fuß-Container.

Rückgrat der modernen mobilen Stromversorgung

Ob beim Einsatz in Europa oder außerhalb: Die Bundeswehr verlangt eine sichere Energieversorgung. Das Obsoleszenzmanagement, also der rechtzeitige Ersatz von Teilen während dem jahrelangen Betrieb, war ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für VINCORION. Das Technologieunternehmen setzt auf eine hohe Wertschöpfungstiefe und garantiert auch die Integration von zukünftigen Schnittstellen. So wird im Stromerzeuger und Energiespeichermodul die gleiche VINCORION-Software mit eigenen Controllern eingesetzt – was bei Engpässen in der Lieferkette ein großer Vorteil sein kann.

 

Taktische Vorteile beim neuen Stromerzeugeraggregat PGM tactical (Leistungsklasse 50 kW).

Das deutsche Technologieunternehmen VINCORION hat auf der Messe „Eurosatory“ in Paris das neue Waffenstabilisierungssystem GTD chaser offiziell als serienreif vorgestellt.

Die Stabilisierungstechnologie sorgt in modernen Panzerfahrzeugen wie dem LEOPARD 2 und dem Puma dafür, dass das Geschütz selbst bei hoher Geschwindigkeit und in schwierigem Gelände stets präzise auf das Ziel ausgerichtet bleibt. Der modulare Ansatz des Produktes unterstützt innovative Systemarchitekturen wie beim auf der Messe vorgestellten Leopard 2 A-RC 3.0.

„Mit GTD chaser kann der Bordschütze seine Ziele auch unter schwierigsten Bedingungen präzise bekämpfen – für eine maximale Ersttrefferwahrscheinlichkeit“, sagte Sascha Brüning, Vice President Business Development and Sales von VINCORION, anlässlich der Präsentation des Systems auf der Messe in Paris.

Vorkonfigurierte Module für breites Anwendungsspektrum

Das System GTD chaser basiert auf vorkonfigurierten und vorqualifizierten Komponenten und Modulen und bietet so eine Reihe von Vorteilen: Es kann in kürzester Zeit an die Bedürfnisse des Nutzers und die Konfiguration des Fahrzeugs angepasst werden. Die Kern-Komponenten und -Module sind vollständig serienreif – das ermöglicht eine sehr schnelle Adaption an neue Fahrzeuge wie die jüngste Weiterentwicklung des LEOPARD 2.

Wer sich für das System entscheidet, bekommt eine zukunftssichere Architektur, die jederzeit schnell und aufwandsarm aufgerüstet werden kann.  Schließlich sinken auch die Lebenszykluskosten durch datenbasierte Wartung und optimiertes Obsoleszenzmanagement.

„Mit den GTD chaser Elektroniken und dazu passenden, neuartigen Antrieben ist es möglich, unbemannte Geschütztürme für Kampfpanzer zu bauen, die extrem leistungsfähig sind, für die Besatzung enorme Sicherheitsvorteile bringen und performanceseitig durch die zusätzliche Integration eines Autoloaders drei Schüsse in nur zehn Sekunden abfeuern können“, erläutert Brüning die Möglichkeiten von GTD chaser.

Antrieb, Stabilisierung und Leistungselektronik

„Wir fertigen bei VINCORION zahlreiche wichtige Komponenten für den LEOPARD 2: die Antriebe von Turm und Waffe, das Richt- und Stabilisierungssystem des Geschützes und die Leistungselektronik“, sagt Brüning. Auch der Generator für den rund 1500 PS starken Dieselmotor des Panzers stammt aus dem Unternehmen.

Im Rahmen der jüngsten Kampfpanzer-Bestellungen hat VINCORION wichtige Aufträge erhalten: So werden 54 Panzer vom Typ LEOPARD 2 A8 an den NATO-Partner Norwegen geliefert. Dabei kommt erstmals die Stabilisierungstechnologie des Typs GTD chaser zum Serieneinsatz. Weitere Lieferungen für Deutschland und Partnerländer stehen fix in den Auftragsbüchern und bedeuten mehr als 120 Systemlieferungen für die kommenden drei Jahre, begleitet von zahlreichen weiteren Optionen und Opportunitäten im Markt.

Fahrzeugbewegungen werden ständig kompensiert

Die Präzision, die Elektronik und Mechanik in GTD chaser bieten, sei nur mit einem reaktionsschnellen Antriebsmotor für Turm und Waffe möglich, erklärt Daniel Zeitler, Leiter Produktmanagement bei VINCORION. Hochkomplexe Regelungstechnik und Software verarbeiten, interpretieren und nutzen die Daten der Lage- und Bewegungssensoren. Laut Zeitler ist das exakte Zusammenspiel von Sensorik, Datenverarbeitung, Antriebselektroniken und den Antrieben entscheidend: So kann die große Masse des Turms und insbesondere das Rohr präzise und mit maximaler Geschwindigkeit gesteuert werden. Die Bewegungen des Fahrzeugs und der Rückstoß des Schusses müssen kontinuierlich und direkt kompensiert werden, um das Ziel hochpräzise anzuvisieren.

Dafür sorgt die Leistungselektronik, die VINCORION für die Panzer liefert. „Es wird viel Rechenleistung, Sensorik und Energie benötigt, damit der Turm des Panzers sich dreht und die Waffe sich hebt und senkt“, so Zeitler. Deshalb sei man überzeugt, eine Waffen-Richt- und Stabilisierungsanalage zu liefern, die als die beste der Welt gelten könne. Aber nicht nur im LEOPARD 2 finden sich Komponenten von VINCORION: Auch in der Elektronik und Mechanik des Pumas, welche einen Schusswinkel von minus 10 bis plus 45 Grad ermöglichen, findet sich die Technologie von VINCORION wieder. Das trifft auch auf die Panzerhaubitze 2000 zu.

Technischer Hintergrund: Details der Produktfamilie

Die Produktfamilie GTD chaser hat ein breites Anwendungsspektrum in leichten und schweren Kampffahrzeugen. Sie umfasst eine Vielzahl von Antriebssystemen – von der Spindel bis zum Stirnradgetriebe – für die mechanischen Schnittstellen. Sie ist zuverlässig und kostenoptimiert über den gesamten Lebenszyklus ausgelegt. „Das gibt ihr den Vorsprung, den unsere Kunden schätzen“, erklärt Zeitler.

Das System ist für den Einsatz im militärischen Umfeld optimiert. Zusätzlich ist ein redundanter Notantrieb integriert, der mechanisch oder elektrisch betrieben werden kann. Brüning verweist auf die Vorteile des Systems von VINCORION: „Unser Produkt hat niedrige Lebenszykluskosten. Die extreme Zuverlässigkeit und die Wartungsarmut senken die Gesamtkosten.“

„Mit dem neuen modularen GTD chaser Systembaukasten ist VINCORION bereit für alle Anforderungen und Herausforderungen an zukünftige Richt- und Stabilisierungssysteme, insbesondere im Hinblick auf Neuentwicklungen von Kampfpanzern der großen OEMs“, betont Dennis Hunold, Senior Product Manager. Dies zeige auch das Upgrade-Programm des Kunden KNDS für den LEOPARD 2 auf unbemannte Turmtechnologie und -design.

„Mit einem revolutionären Waffen-Lagerungssystem, passenden Antrieben sowie der hoch performanten Elektronik aus GTD chaser ist das Gesamtkonzept überhaupt umsetzbar. Gewicht und Größe werden deutlich reduziert. Die Besatzung wird auf bestmögliche Weise geschützt, wobei die Wirkung des Kampfpanzers gegen Ziele maximal wird“, betont Hunold.

VINCORION LLC, das US-Tochterunternehmen von VINCORION aus Deutschland, erhält von der Defense Logistics Agency (DLA) der US-Army zwei bedeutende Aufträge im Wert von bis zu 67 Millionen US-Dollar.

VINCORION LLC, die US-Tochtergesellschaft des Technologieunternehmens VINCORION aus Deutschland, hat wichtige Rahmenverträge im Wert von bis zu je 33 Millionen US-Dollar mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit der Defense Logistics Agency (DLA) der US-Army abgeschlossen. Die Verträge stellen die Nutzung der Generatorsysteme des Patriot-Raketenabwehrsystems sicher.

Das Patriot-System ist ein weltweit anerkanntes und hochmodernes Flugabwehrsystem, das eine wichtige Rolle bei der Abwehr von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Flugzeugen spielt. Sowohl für die Vereinigten Staaten, als auch Deutschland und die NATO stellt das System eine bedeutende Säule der Luftverteidigung dar.

VINCORION erreicht wichtige Meilensteine

Das Technologieunternehmen VINCORION ist ein führender Anbieter von Komponenten für komplexe Verteidigungssysteme. Das Unternehmen blickt auf mehr als dreißig Jahre Erfahrung als Zulieferer für das Patriot-System zurück und wurde in dieser Zeit mehrfach für seine herausragenden Leistungen ausgezeichnet.

»Wir sind sehr stolz darauf, dass die US-Armee uns erneut ihr Vertrauen schenkt und uns mit der Lieferung von Komponenten für die Wartung ihrer Patriot-Systeme beauftragt«, sagt Thomas Gathmann, President der Vincorion LLC in El Paso. »Diese Verträge stellen einen wichtigen Meilenstein für VINCORION dar und bestätigen unsere Position als führender Lieferant zuverlässiger Komponenten für die Energieversorgung von Verteidigungssystemen.«

VINCORION trägt zur Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten bei

»Die Patriot-Systeme spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz von Menschenleben und kritischen Infrastrukturen«, sagt Sascha Brüning, Vice President Business Development bei VINCORION. »Durch unsere Wartungsdienstleistungen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Einsatzbereitschaft dieser Verteidigungssysteme und damit für die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten. «

»Der Ersatzteilvertrag mit der US-Armee ist ein weiterer Beleg für die Kompetenz und das Engagement von VINCORION«, sagt Gathmann. »Als Tochterunternehmen in den USA sind wir bestens aufgestellt, um auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der Einsatzbereitschaft von Patriot-Systemen und anderen komplexen Verteidigungssystemen zu spielen.«

Aufbau der Patriot Stromversorgung

Für die Stromversorgung von Patriot im Einsatz gibt es drei verschiedene Energiesysteme. Für den „Launcher“, also den Träger der Patriot-Raketen mitsamt der Abschusseinrichtung, steht ein Generator mit einer Leistung von 15 kW bereit. Ebenso verfügt der Gefechtsstand über eine eigene Stromversorgung mit einer Leistung von 30 kW. Das Herzstück des Systems aber ist die Anlage für das Radar und den Feuerleitstand („Engagement Control Station“). Hierfür ist gleichzeitig das größte Energiesystem im Einsatz, die sogenannte „Electric Power Plant“. Jede „EPP“ ist für maximale Zuverlässigkeit redundant ausgelegt und verfügt über eine Leistung von zwei Mal 150kW sowie eine Lastverteilung und Verkabelung zu den zu versorgenden Patriot Systemen.

Das Technologieunternehmen VINCORION stellt die Weichen für die Zukunft: Kajetan von Mentzingen wird mit sofortiger Wirkung zum Sprecher der Geschäftsführung ernannt und übernimmt die operativen Verantwortungsbereiche von Dr. Stefan Stenzel, der nach über einem Jahrzehnt erfolgreicher Tätigkeit zum 31. Mai 2024 in den Ruhestand tritt.

„Wir freuen uns sehr, dass Kajetan von Mentzingen diese neue Herausforderung übernimmt“, erklärt Tobias Seige, Vorsitzender des Beirats der VINCORION Gruppe. „Er verfügt über umfassende Erfahrung in der Branche und hat in der vergangenen Zeit bereits eng mit Dr. Stenzel zusammengearbeitet. Wir sind überzeugt, dass er gemeinsam mit Dieter Holst VINCORION erfolgreich in die Zukunft führen wird.“

Die Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

Kajetan von Mentzingen blickt mit großer Freude auf seine neue Aufgabe: „Ich bin hoch motiviert, diese Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit Dieter Holst und dem gesamten Team die Erfolgsgeschichte der VINCORION Gruppe fortzuschreiben. Wir werden uns weiterhin auf unsere Kernkompetenzen fokussieren und unsere Kunden mit innovativen und maßgeschneiderten Lösungen unterstützen.“

Dr. Stefan Stenzel übergibt sein Amt mit einem guten Gefühl: „Ich bin stolz darauf, in den vergangenen zwölf Jahren ein prägender Teil des Unternehmens gewesen zu sein. Gemeinsam mit dem Team entwickelte sich VINCORION so zu einem der führenden Anbieter von militärischen Energiesystemen und Produkten für die Luftfahrtindustrie. Dafür möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken und wünsche Kajetan von Mentzingen und Dieter Holst alles Gute für ihre Aufgabe.“

„In zwölf Jahren hat Dr. Stefan Stenzel unser Unternehmen stark geprägt und mit Weitsicht zu dem gemacht, was es heute ist“, sagt Tobias Seige. „Für diese Lebensleistung danken wir ihm herzlich und wünschen ihm für seine Zukunft alles erdenklich Gute“, betont er weiter. „Wir vollziehen einen reibungslosen Wechsel in der Geschäftsführung und sehen mit Kajetan von Mentzingen und Dieter Holst ein starkes Führungsteam für die Fortführung der VINCORION Wachstumsstrategie.“

Von Mentzingen streicht heraus: „VINCORION ist gut für die Zukunft aufgestellt. Wir investieren weiterhin in neue Technologien und Prozesse, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unser Wachstum voranzutreiben.“ Der Übergang werde für alle Kunden, Lieferanten und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reibungslos verlaufen, betont er weiter. „Auf Veränderungen flexibel reagieren zu können, ist eine Stärke von VINCORION“, sagt der Geschäftsführer.

Über Kajetan von Mentzingen

Kajetan von Mentzingen verfügt über langjährige Erfahrung in der Industrie. Vor seinem Wechsel zu VINCORION war er in verschiedenen Führungspositionen bei namhaften Unternehmen tätig, so ab 2008 beim Airbus-Konzern. Während seiner Karriere bei Airbus hat der 50-Jährige sowohl in der zivilen Luftfahrt, als auch in der Hubschraubersparte sowie im Bereich Verteidigung und Raumfahrt gearbeitet. Nach mehreren Stationen in Deutschland, Frankreich und Spanien agierte er zuletzt als „Global Head of Quality“ für Airbus Defence & Space, bevor er im Jahr 2023 zu VINCORION wechselte, wo er innerhalb der Geschäftsführung den Bereich Luftfahrt übernahm.

Das Technologieunternehmen VINCORION aus Wedel hat den Vertrag über die Lieferung von mehr als 700 Bordnetzgeneratoren des Typs EPG huskyV W 600 für den „Boxer“ unterzeichnet. Für zukünftige Projekte werden noch weitere Bestellungen erwartet, so dass eine Gesamtstückzahl von über 1000 Generatoren erwartet wird. Das demonstriert die Leistungsfähigkeit der militärischen Energiesysteme des Unternehmens auch bei gepanzerten Fahrzeugen.

Der neue Generator von VINCORION, der EPG huskyV W 600, ist ein wassergekühlter Bordnetzgenerator für alle Einsatzszenarien: Im „Boxer“ kann er die Stromversorgung für das Fahrzeug und die vielfältigen Missions-Module übernehmen. Denn er liefert einen Strom von bis zu 600 Ampere und ist damit auch für künftige Anforderungen gerüstet. Ein neuer digitaler Spannungsregler wurde integriert, welcher die Anpassung des Generators für die verschiedenen Anwendungen erlaubt.

Hersteller vertrauen auf Komponenten von VINCORION

VINCORION hat jetzt einen Rahmenvertrag mit KNDS Deutschland unterzeichnet. „Die Lieferung des Generators für den Boxer ist für uns ein sehr wichtiger Auftrag“, sagt Dr. Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION. „Das zeigt uns, dass die Nachfrage nach dem Boxer anhaltend hoch ist. Es zeigt aber auch, dass die Hersteller moderner Militärtechnik auf Komponenten von VINCORION vertrauen und ihre Fahrzeuge damit ausrüsten.“

Das Auftragsvolumen liegt derzeit bei rund 12 Millionen Euro. Das Unternehmen rechnet mit weiteren Bestellungen dieser modernen Generatoren.

Leistung wächst von 370 auf 600 Ampere

„Der neue Generator passt genau in den Bauraum der Fahrzeuge“, erläutert Stenzel. Es wäre also möglich, neben sämtlichen Neufahrzeugen auch bestehende Fahrzeuge damit auszurüsten, wenn die Nachfrage nach Leistung wächst. Das Vorgängermodell, der SF 217, kam noch auf 370 Ampere, die in der neuen Variante auf 600 Ampere gesteigert wurden. „Moderne Militärtechnik benötigt mehr Energie, unter anderem für Kommunikation oder Klimatisierung. Wir sind Spezialist für militärische Energieversorgung. Gleich, ob es um die Stromversorgung für die ausgefeilte Elektronik oder um Radaranlagen geht: Unser Generator liefert die nötige Energie zuverlässig.“

In Großbritannien und Australien wurden bereits intensive Fahrzeugtests mit dem Boxer mit dem neuen Generatorsystem durchgeführt. Dabei hat das neue Modell EPG huskyV W 600 bereits seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Auch bei Testfahrten von über 1000 Kilometern mit dem Fahrzeug in der Schweiz blieb die Leistung jederzeit stabil, wie die Ingenieure von VINCORION berichten. Durch die Wasserkühlung des Generators kann dieser unabhängig von den Umgebungsbedingungen arbeiten.

Stets die volle Leistung

Die Temperaturen im Kühlkreislauf können stark ansteigen, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Zudem ist der Generator wasserdicht nach der Schutzklasse IP 67. „Der Generator kennt kaum Einbußen durch wechselnde Umgebungstemperaturen. Das heißt: Er bringt stets die volle Leistung“, betont Stenzel.

Der EPG huskyV W 600 wird im Werk von VINCORION in Essen gefertigt, in dem auch Generatoren für den Leopard 2-Panzer und den Schützenpanzer Puma produziert werden. Einige Teile, wie mechanische Bauteile, kommen vom Sitz des Unternehmens in Wedel. Am Standort Essen hat VINCORION erhebliche Kompetenz für Generatoren aufgebaut – das ist die Grundlage für diesen Großauftrag. Durch den Auftrag rechnet das Unternehmen auch damit, weitere Fachkräfte einstellen zu können.

 

 

Technologieunternehmen fertigt Energieversorgung für Luftabwehrsystem

Die Schweiz hat fünf Patriot™-Luft- und Raketenabwehrsysteme beim US-Hersteller Raytheon als Luftverteidigungslösung im Rahmen des Programms „Air 2030“ bestellt. Die Energieversorgung für die Systeme liefert das Technologieunternehmen VINCORION mit Sitz in Wedel bei Hamburg.

VINCORION ist stolz darauf, die Stromversorgung für eines der besten Luftverteidigungssysteme der Welt zu liefern, wie es sich kürzlich in der Ukraine erneut bewährt habe. „Damit verfügt das Patriot-System über eine stabile, zuverlässige und kampferprobte Stromversorgung für die Radar- und Feuereinheiten“, bekräftigt Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION.

Autarker Radarbetrieb

Der Auftrag umfasst EPP radarV-Einheiten („Electric Power Plants“), die das Radarsystem mit Strom versorgen, sowie 15-Kilowatt-Stromgeneratoren für die Patriot-Trägerrakete. Weiter gehören Frequenzumrichter mit einer Leistung von 150 Kilowatt dazu und Umrichter mit einer Leistung von zwei Mal jeweils 15 Kilowatt. Dadurch kann das Patriot-System ohne CO2-Emissionen direkt aus dem öffentlichen Netz gespeist werden.

In dieser Konfiguration bleiben die Generatoren als Reservestromquelle erhalten. „Sicherheit und militärische Überlegenheit hängen von einem zuverlässigen und jederzeit autarken Radarbetrieb ab“, betont Stenzel. VINCORION fertigt die Stromversorgung für Patriot an seinem Standort in Altenstadt, Bayern.

Im Juni 2021 gab die Schweizer Regierung ihre Absicht bekannt, das bewährte Patriot™-System für ihre bodengestützte Luftverteidigung zu erwerben, das nach einer Evaluierung im Rahmen der Ausschreibung BODLUV GR Air2030 als bevorzugte Lösung ausgewählt wurde.

Modernisierung des Patriot-Systems

Patriot ist ein Luft- und Raketenabwehrsystem, das aus Radar, Führungs- und Kontrollsystemen sowie Abfangraketen besteht. Es kann Marschflugkörper, Drohnen, moderne Kampfflugzeuge und andere Bedrohungen aus der Luft erkennen, identifizieren und bekämpfen.

VINCORION arbeitet konsequent an der Modernisierung der Energieversorgung. Dafür entwickelt das Unternehmen neue Hybridlösungen. Diese können den Kraftstoffverbrauch senken und damit zu niedrigeren Betriebskosten führen. Denn geringere Emissionen sorgen für einen niedrigeren Verbrauch an Ressourcen – und helfen, den Personaleinsatz zu reduzieren, der zum Beispiel für die Tankvorgänge eingesetzt werden muss. Bei der Leistungsfähigkeit gibt es aber keine Abstriche.

Das Patriot-System ist die Grundlage für ein integriertes Luft- und Raketenabwehrsystem für 18 Nationen. In Europa zählen Deutschland, Spanien, Griechenland, die Niederlande, Polen, Schweden und Rumänien zu den Kunden des Systems. VINCORION ist seit 30 Jahren Lieferant von Patriot.

Die Branchenauszeichnung für innovative Produktions- und Logistiklösungen wurde in Gerlingen bei Stuttgart verliehen: VINCORION wird in der Kategorie „Kundenorientierung“ prämiert. Der Benchmarking-Wettbewerbs für „Best Practices“ in der Industrie wird unterstützt durch die Bundesvereinigung Logistik.

Die Auszeichnung wird jährlich von einer unabhängigen Expertenjury aus ehemaligen MX-Gewinnern verliehen, unter der wissenschaftlichen Leitung der Technischen Universität Berlin. Sie würdigt innovative Lösungen in der Produktion und Logistik. Ziel des Awards ist es, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken, indem „Best Practices“ identifiziert, die branchenübergreifende Zusammenarbeit gefördert und eine Austauschplattform geschaffen wird.

Das Technologieunternehmen VINCORION hat sich auf Energiesysteme in sicherheitskritischen Anwendungsbereichen spezialisiert – darunter Generatoren, elektrische Motoren und Antriebe, Aggregate, Leistungselektronik und hybride Energiesysteme. Spezifische Kundenanforderungen gehören für VINCORION zum täglichen Geschäft.

Produkte haben lange Lebensdauer

Egal ob in der Luft, auf der Schiene oder im militärischen Einsatz: Die Lösungen von VINCORION müssen höchsten Belastungen standhalten. Die Produkte sind meist mehrere Jahrzehnte im Einsatz und müssen über einen langen Produktlebenszyklus zuverlässig funktionieren. Da es sich um stark regulierte Anwendungsbereiche handelt, ist die Erfüllung einer Vielzahl von Zertifizierungen, Richtlinien und Qualitätsstandards eine Grundvoraussetzung.

„Unsere Kundenorientierung stützt sich folglich auf mehrere Säulen: vertrauensvolle Partnerschaft, intensiver Dialog sowie langfristiger Service. Dafür sondieren wir nicht nur ständig den Markt, um möglichst zielgenau die Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen, sondern machen die Kundenzufriedenheit auch anhand konkreter Kennzahlen messbar“, erklärt Dr. Stefan Stenzel, Geschäftsführer von VINCORION.

Kundenzufriedenheit als messbare Kenngröße

Um die Kundenzufriedenheit anhand von Kennzahlen vergleichbar zu machen, hat sich VINCORION neu aufgestellt. Dafür wurden Gespräche mit den knapp fünfzehn wichtigsten Kunden geführt, in dem sie Bedarfe und Wünsche in der Kundenbetreuung offenlegten. Ausgehend davon hat VINCORION neue Strukturen und Prozesse definiert. Jeder „Top-Kunde“ erhielt beispielsweise einen Key-Account-Manager als Ansprechpartner, der sich um sämtliche Anliegen kümmert und ein tiefergehendes Kundenverständnis entwickelt.

Gemeinsam wurden bis zu vier Kenngrößen definiert, um die Kundenzufriedenheit messbar zu machen: Dazu gehören 1) Termintreue: Wird pünktlich zum vereinbarten Termin geliefert? 2) Mengentreue: Werden die vereinbarten Mengen geliefert? 3) Reklamationsquote: Gab es aufgetretene Fehler innerhalb der Gewährleistungsfrist? 4) Kommunikation: Wurden eventuelle Abweichungen frühzeitig kommuniziert? Einmal im Quartal übermitteln unsere Auftraggeber eine Bewertung zu diesen Kriterien nach einem Punktsystem. Die Selbsteinschätzung von VINCORION und Fremdeinschätzung des Kunden werden schließlich miteinander verglichen.

Impulse für Weiterentwicklung von Produkten

Seit Jahren ist VINCORION zum Beispiel bei der hydraulischen Rettungswinde für den Helikopter NH90 etabliert, die bei alpinen Notfällen oder Rettungseinsätzen in Überschwemmungsgebieten zum Einsatz kommt. In Gesprächen und Befragungen mit Helikopterherstellern und Anwendern erhielt das Team Impulse für die Weiterentwicklung. Auf dieser Grundlage arbeiten man an einer neuen elektrischen Rettungswinde, die ERH premierv, die in puncto Performance, Zuverlässigkeit und Sicherheit neue Standards setzt.

Wie lang die Technologien von VINCORION mitunter im Einsatz sind, lässt sich am Beispiel des Leopard 2 gut nachvollziehen: Die allerersten Exemplare wurden bereits zur Jahreswende 1979/80 bei der Bundeswehr in Dienst gestellt, noch immer ist der Panzer im Einsatz. Von VINCORION stammt die Waffenricht- und -stabilisierungsanlage des Leopard 2. Dabei werden wartungsfreundliche Baugruppen und modulare Systeme genutzt. Zudem wurde die Möglichkeit der Weiterentwicklung von Beginn an mitgedacht und technisch vorbereitet.

Langfristig genutzte Technik instand halten

„Wir stehen vor der ständigen Herausforderung, zukunftsorientiert zu denken und neue Produkte zu entwickeln. Zugleich müssen wir oft langfristig genutzte Technik instand halten und permanent an sich wandelnde Herausforderungen anpassen“, betont Dr. Stefan Stenzel. „Die Ergebnisse des Benchmarking-Wettbewerbs MX Award liefern uns hier weitere wertvolle Impulse, um Optimierungspotenziale bei VINCORION zu heben und uns als Unternehmen für die Zukunft noch besser aufzustellen.“

Klaus Lübbers (DIRKS Group), Dr. Manfred Jagiella (Endress+Hauser Gruppe), Marco Lienau (VINCORION), Marcus Golchert (VINCORION), Dr.-Ing. Daniel Roy (MX) und Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer (MX) freuen sich über den Award (v.l.n.r.). (Foto: Marcus Krüger)

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